2-wöchige Reiseroute durch Japan

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Als ich vor inzwischen 6 Jahren mit meinem besten Freund nach Japan reiste, war das Land ein Mythos.

Weit im Osten, bei der aufgehenden Sonne. Bekannt für Sushi, Geishas, Kirschblüten, Erdbeben, Schuluniformen, Pokemon und eine scheinbar vollkommen unverständliche Sprache. Fukushima lag noch weit entfernt. Meine Mama schlug damals noch die Hände über dem Kopf zusammen, als ich ihr von meinen Reiseplänen erzählte. Aber sie wusste: Auf diesen Zeitpunkt hatte ich damals sehr, sehr lange gespart. Inzwischen kenne ich mehr und mehr Familien und Paare, die Japan für sich entdecken. Ich kann nur sagen: in Japan entdeckt man mit jedem Schritt etwas Neues! Bis heute kann ich mich nicht satt sehen an den Hunderten von Fotos, die wir damals gemacht haben. Daher möchte ich euch meine persönliche Route vorstellen, die wir in knapp über zwei Wochen bereisten:

Getting Started

Jedem, der frisch in Japan ankommt, empfehle ich entweder ein Flughafen-nahes Hotel zu suchen oder sich bereits von Zuhause aus um den Transfer zu kümmern, um sich den Stress nach der langen Reisezeit zu ersparen. Tokyo ist eine große Stadt, eine Mega-Metropole, und man kann sich schnell überfordert fühlen.

Durch unsere Flugzeit landeten wir erst Nachts am Flughafen Narita und beschlossen daher zunächst ein Flughafenhotel (Das Holiday Inn) zu beziehen, um den Jetlag und die Reisemüdigkeit auszuschlafen. Gleich an unserem ersten Tag verließen wir Tokyo, das wir uns für unsere letzte Woche aufheben wollten, und brachen mit dem Zug in den Westen, nach Kyoto auf.

(Mehr Infos zum Japan Rail Pass findet ihr auf der Japan-Startseite!)

Kyoto – Die alte Kaiserresidenz

Kyoto besticht an nahezu jeder Straßenecke mit seinem alten Charme. Sei es das alte Gion-Viertel, der Kiyomizu-dera Tempel auf Holzstelzen über der Stadt, der Goldene Tempel oder der Fushimi-Inari-Schrein, dem ich einen eigenen Beitrag gewidmet habe – Diese Stadt atmet Geschichte und Kunst.

Man kann hier schlendern, spazieren, sehr gut essen und auch Vorführungen der Meikos ansehen – Geishas in Ausbildung.

Fotografieren der Geishas ist erlaubt, man sollte jedoch immer um Erlaubnis bitten, ebvor man Menschen fotografiert. Ach ja: Anders, als im Westen oft falsch verbreitet, sind und waren keine Prostituierten. „Nur“ ihre Jungfräulichkeit wurde versteigert, meistens an den Mann, der ihr Leben lang ihr „Gönner“ sein würde – Ein Mann, der sie unterstützte und beschützte, denn eine Geisha durfte niemals heiraten. Sie bot schon immer Tanz, Gesang, Musik und Unterhaltung an – jedoch nicht ihren Körper. Ein Irrglaube, der sich durch die amerikanische Besatzungszeit verbreitete.

Für Kyoto sollte man mindestens 3 Tage einplanen!

Außerdem sind wir noch halb mit dem Regionalbus, halb zu Fuß nach Kameoka, einem kleinen Ort in der Nähe von Kyoto. Da es unfassbare 39°C hatte, weiß ich gar nicht, was uns damals geritten hat… :D

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Nara

Auch Nara gehört zu den alten Hauptstädten Japans. Unzählige Tempel gehören hier zum UNESCO-Weltkulturerbe. Vor allem ist die Stadt bekannt durch den weitläufigen Nara-Park, in dem die als heilig geltenden Sikahirsche frei herumstreifen. Und sich an deinen Taschen, Snacks und Kleidungsstücken bedienen… ;)

Von den Hirschen sagt man, sie seien über eine alte Landbrücke gekommen, als Japan noch mit dem Festland verbunden war. Die Geweihe werden nach wie vor von Shinto-Priestern geschnitten. Über 1.000 Tiere sollen in dem Park beheimatet sein.

Für Nara sollte man 1-2 Tage einplanen.

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Takayama – Onsen Aufenthalt in den Bergen

Takayama, obwohl inzwischen leider sehr touristisch, ist ein schöner Ort in den japanischen Alpen, der bekannt ist für Zweierlei: Sake und Onsen, also Reisschnaps und heiße Quellen. Außerdem befindet sich nicht weit davon entfernt Shirakawa-Go und Gokayama, zwei historische Dörfer, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören.

Nach Takayama fährt man, um sich dem Trubel zu entziehen, die Natur Japans zu sehen, in den heißen Quellen die angespannten Muskeln zu lösen und sich einen kleinen Rausch anzutrinken.

Hier reicht, je nachdem, 1-2 Tage!

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Kamakura

Kamakura ist eine Hafenstadt unweit von Tokyo und es war unsere letzte Station vor dem verrückten Großstadt-Dschungel. Auch sie war einmal Regierungssitz von Japan und ist vor allem unter der Woche, wenn keine Tagesausflügler aus Tokyo unterwegs sind, einen Besuch wert!

Die Stadt eignet sich sehr gut für einen Tag.

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Tokyo – Die Megacity

Tokyo ist eine Stadt voller Kontraste, das liest man immer wieder. Irgendwo zwischen Angepasstheit und Exzentrik, zwischen Tradition und Moderne, zwischen Beton und bunten Farben. Wenn es eine Stadt gibt, die niemals schläft, dann ist es Tokyo.

Für die Hauptstadt Japans haben wir uns vollständig unsere letzte Woche blockiert. Natürlich hätten noch mehr erkunden können, wie z.B. den Fuji-Hakone-Nationalpark oder auch das Schloss Matsumoto bei Nagano. Aber alleine Tokyo ist bereits so vielfältig und bietet so viel, dass man sich die Zeit für die Stadt nehmen muss!

Must Do: 1 Woche bleiben!

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Wer Japan auf eigene Faust erkunden will, der sollte das tun! Die Japaner sagen einem zwar lieber die falsche Richtung als gar keine ;) Aber grundsätzlich sind alle sehr freundlich, höflich und bemüht. Alle Schilder in öffentlichen Verkehrsmitteln sind auch in lateinischen Buchstaben geschrieben und spätestens, wenn man verstanden hat, dass der 2-minütige Monolog der Kassiererin nur ihr Abschiedsgruß ist, ist man angekommen.

Nach wie vor gilt Japan aber auch ein gutes Reiseziel für Rundreisen, denn ohne einen sachkundigen Guide ist es oft schwierig, bestimmte Traditionen und Rituale zu verstehen. Oder zu begreifen, wofür ein Tempel dient. Denn anders, als in christlichen Kirchen, dienen Shinto-Tempel unterschiedlichen Zwecken und ehren unterschiedliche Kami (Gottheiten).

Psst Psst – Wusstet ihr, dass ich früher bei einem Reiseveranstalter für Asien und den Orient gearbeitet habe…? Ich kenne mich also wirklich aus!

Neben Studiosus oder Nischenanbietern, die sich ausschließlich auf Japan spezialisiert haben, gibt es auch große Reiseveranstalter, die das Land schon seit Jahren in ihren Katalogen führen. So bietet zum Beispiel Meiers Weltreisen Touren zwischen 7 und 12 Tagen an, die alle wichtigsten Stationen Japans abdecken (Hier geht’s zum Japan-Angebot). Unter anderem auch Hiroshima und den Fuji-Hakone-Nationalpark, die wir leider auslassen mussten. Wer eine Mischung aus Organisation und Freiraum möchte, kann auch eine Selbstfahrer-Tour mit Bus und Bahn buchen (Hier). Grundsätzlich eignen sich diese Reisepakete für alle, die keine Zeit haben, sich vorab mit konkreten Must-Sees zu beschäftigen. Oder sich schlicht und einfach nicht entscheiden können, was sie sehen wollen :)

Es gibt also in 2016 wirklich keinen Grund mehr, Japan nicht zu besuchen!

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