96 Stunden entspricht 4 Tagen – so ziemlich genau die Zeit, die wir zum Start unserer 4-monatigen Flitterwochen in Dubai verbracht haben. Und wenn das nicht der perfekte Titel für ein persönliches Reisejournal ist. Die kurze Geschichte einer Stadt, in der unsere Reise begann!

Dubai kann ziemlich überrumpelnd sein, das stellen wir schnell fest. Denn wir kommen überarbeitet, überreizt, aufgeladen und aufgeregt aus dem deutschen Winter mitten in der Wüste an. Die Stadt, die sich in nur wenigen Jahrzehnten von einem Hafenort zu einer Megametropole hochgezüchtet hat, ist imposant, langgezogen (etwas, das wir definitiv unterschätzt haben), hoch, heiß. Und aus der Fußgängerperspektive noch größer und unbezwingbarer als von oben.

Anders, als viele unserer Lieblingsstädte wie z.B. Marrakesch, Singapur oder Amsterdam, lädt Dubai nicht gerade zum Flanieren und Schlendern ein. Eine Stadt, um sie zu Fuß zu erkunden, ist Dubai sicher nicht! Und vor allem nicht in falschen Schuhen (!!!!!): Am zweiten Tag laufe ich mir im wahrsten Sinne des Wortes meine Füße blutig – eine Wunde, die erst in Neuseeland wieder verheilt! #Depp

Dafür gibt es zahlreiche, über die Stadt verteilte Hotspots (bei den Temperaturen im wahrsten Sinne des Wortes), an denen es brodelt und ja, das gibt es auch noch: Ein altes, traditionelles Dubai! Leider muss man noch sagen: Es regnet es an 2 von 4 Tagen (so viel Glück in der Wüste muss man erstmal haben….!).

DAS HOTEL – JUMEIRAH ROTANA

Aus Budgetgründen entscheiden wir uns für unseren Aufenthalt nicht gleich für die Luxusvariante, sondern für ein recht durchschnittliches Mittelklassehotel. Und realisieren dort erst, wie verwöhnt wir inzwischen von unseren Reisen sind und welche unfassbar schönen Orte wir bereits kennenlernen konnten (Ich sage nur: Octopus Resort auf Waya Island Fiji, La Mamounia, Das Rübezahl, Victors Residenz Schloss-Berg, Ubud Raya….) .

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Wir bekommen auf Nachfrage auch noch erfreulicher Weise ein Zimmerupgrade auf ein größeres Zimmer mit Sofa-Ecke, von der aus ich den Burj Dubai und Downtown sehen kann und freue mich morgens über Dunstschleier und Nachts über die beeindruckende Skyline. Das Frühstück ist mehr als ausreichend und bietet die von mir so geliebten lokalen Spezialitäten: Hummus, Oliven, Fladenbrot zum starken, schwarzen Tee und frische, warme, süße Teigwaren. Nur die pochierten Eier enttäuschen: Sie werden hier mit der Essig-Methode zubereitet.

Auf dem Dach befindet sich ein schöner Pool und wir tanken die ersten Strahlen unserer Urlaubssonne, nach der wir uns so gesehnt haben.

1 TAG

Am ersten Tag begeben wir uns gleich zum Burj Khalifa und zur Dubai Mall. Die gigantischen, hypermodernen Gebäude erschlagen mich. Der Burj glänzt stählern und wirklich unnahbar in der Sonne. Auf der einen Seite bin ich extrem beeindruckt und habe den höchsten Respekt vor den Architekten und Ingenieuren und Bauarbeitern, die dieses unglaubliche Bauwerk erschaffen habe. Auf der anderen Seite sehe ich mich um und sehe einen leeren, perfekt begrünten Stadtpark und perfekte Glasfassaden, an denen Busse voller indischer Gastarbeiter vorbei fahren. Es ist früher Nachmittag, sehr sehr heiß und zwischen den Giganten aus Stahl spielt sich auf der Straße kein Leben ab – alle versuchen nur so schnell wie möglich in den nächsten kühlen Raum zu kommen.

Dass wir den Burj nicht besichtigen wollen haben wir bereits im Vorfeld entschieden – wer jedoch gerne auf den Turm möchte, sollte sich die Tickets dringend vorab kaufen, um zumindest etwas Geld zu sparen!

Nach dem Burj Khalifa gehen wir in die Dubai Mall – alter Falter! No words! Alle Marken, die man sich vorstellen kann, finden sich hier. Und ich gönne mir zum ersten Mal etwas von Sephora :) Nämlich eine BB Cream von Dr Jart+.

Den Abend lassen wir am berühmten JBR Beach ausklingen. Für uns gibt es die erste Wasserpfeiffe direkt am Strand, einen Burger bei Shake Shack und ansonsten stelle ich mir so Los Angeles vor: Menschen Joggen am Strand entlang, Amerikanische Marken, viel Musik und Unterhaltung. Im Hintergrund: Die gigantischen Hotel- und Apartmentblöcke. Mit Meerblick.

Wir haben unseren Rhythmus noch nicht gefunden und sind irgendwo zwischen Alles-Sehen-Wollen und Sich-Treiben-Lassen, ohne noch genau zu wissen, wohin mit uns.

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2 TAG

Am nächsten Tag – hach, war das schön – schlafen wir erst einmal lange lange aus- Meine Füße sind vom Tag zuvor komplett wund und für den Rest unseres Urlaubs verzichte ich nicht mehr auf meine Laufschuhe, egal ob sie zum Outfit passen oder nicht…! Heut steht ein Strandtag an!

Da unser Hotel nicht am Strand liegt, gibt es einen Shuttle zu festen Zeiten (was leider aber nicht so reibungslos klappt, wie wir uns das gewünscht hätten…). In Dubai gibt es viele, wunderschöne Strände. Manche sind abgelegener, andere voller, touristischer, kommerzieller. Wir fahren einfach an den nächsten öffentlichen Strand und sind komplett überrascht: Obwohl hier so viel Verkehr, so viel Leben, so viele Baustellen sind, ist das Wasser glasklar und warm.

Kennt ihr das Gefühl, sich zum ersten Mal nach langer Zeit ins Meer zu schmeißen? Unbezahlbar. Die Strände von Dubai wären für mich auf jeden Fall ein Grund hierhin wiederzukommen!

3 TAG

Ursprünglich hatten wir vor, Abu Dhabi einen Besuch abzustatten. Diesen Plan verwerfen wir jedoch, als wir uns unserer eigenen Müdigkeit bewusst werden und uns zum ersten Mal wirklich etwas treiben lassen wollen. Obwohl es eigentlich nicht unsere Art von Entertainment ist, entschließen wir uns eine Wüstentour zu machen.

Man braucht sich an der Stelle auch nicht einzureden, dass man hier „toll mit Land und Leuten in Kontakt kommt“ oder eine „augenöffnende Experience“ macht. Solche Wüstentouren können in jedem Hotel gebucht werden und sind komplett durchorganisiert. Trotzdem machen sie unglaublich viel Spaß und kosten für Dubai vergleichsweise günstige 50€ inkl. einem Abendessen!

Zunächst einmal fahren wir aus Dubai raus und aus dem Fenster beobachten wir, wie die Stadt sich verändert, Hochhäuser nur noch im Rückspiegel zu sehen sind und Jungs auf rostigen Fahrrädern barfuss durch die Dünen heizen. Mit dem Auto gibt es zunächst eine Dünentour (nichts für schwache Mägen) und einen Stopp, als die Sonne langsam zur milden Abendsonne wird.

Anschließend geht es in ein künstlich angelegtes Wüstencamp und ich habe meinen Platz gefunden, als ich eine Shisha-Ecke entdecke. Hier sitzen wir, trinken Tee und sehen den anderen Touris beim Kamelreiten zu. Herrlich! Hinter den Dünen geht die Sonne unter. Als es Dunkel wird, sehen wir uns noch Tänzer und Feuerspucker an, essen leckeres arabisches Essen und fahren gegen 21Uhr zurück ins Hotel, wo wir totmüde ins Bett fallen.

Ich glaube, hier habe ich es tatsächlich zuerst: Dieses Gefühl: Wow, alles was du machst, ist jetzt deine Entscheidung. Alles kann, nichts muss. Auf dich wartet der Spaß deines Lebens!

 

4 TAG

Der vierte und letzte Tag stimmt uns versöhnlich mit dem anfangs so hart erscheinenden Dubai, mit dem wir nicht viel anfangen konnten: Wir begeben uns zur Dubai Creek, der Altstadt von Dubai, auch bekannt als Al-Bastakiyya.

Der Stadtteil steht unter Denkmalschutz und besteht hauptsächlich aus Windtürmen und sehr alten, engen Gassen sowie dem Al-Fahidi-Fort, dem ältersten Bauwerk Dubais. Besonders schön ist hier die teilweise Verwendung für moderne Zwecke: Als wir durch die Gassen flanieren, sehen wir zahlreiche kleine Ateliers und Shops, aber auch Kunstgallerien und moderne Skulpturen. Etwas, was ich in Dubai sicherlich nicht erwartet hätte!

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FOOD TIP

Das wirklich beste und schönste Essen Dubais erwartet uns unerwartet im Arabian Tea House, direkt neben dem Eingang zur historischen Altstadt. Uns erwarten Dattelkuchen mit Kamelmilch, Shawarma-Wraps und hausgemachter Eistee. Das Teehaus ist eine echte Ruheoase, denn vom Verkehrschaos vor der Tür bekommt man nichts mit. Hier, im Schatten der Stoffe und kühlen Lehmwände der Altstadt, kann man den Mittag in aller Ruhe vorbeiziehen lassen!

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Nachdem die schlimmste Mittagshitze vorbei ist, gehen wir zum Hafen und nehmen für 1€ ein Boot auf die andere Seite, zum Souk! Lasst euch hier nicht von Touribooten abfischen – die Touren kosten ca. 15€ und dauern keine 20 Minuten, da die Boote nur die Creek rauf und runter fahren. Einfach ein Boot zur anderen Seite nehmen und die wenigen Minuten in der Rush Hour von Dubai genießen!

Es gibt hier Gold auf dem Goldsouk (und Chinesen, die einfach mal 50.000€ in Cash dabei haben…), Stoffe, Gewürze, Essen, Haushaltswaren, Souvenirs. Den Sonnenuntergang betrachten wir dann wieder am Wasser, mit Dattel- und Kamelmilcheis, das es in einem Kiosk direkt am Wasser zu kaufen gibt.

Dann ruft der Muezzin zum Abendgebet. Und ich denke nur: Perfekt.

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Ursprünglich wollte ich den Artikel mit den Worten beenden, dass ich nicht glaube, dass wir nach Dubai wiederkommen werden – dazu hat die Stadt einfach zu wenig von dem, was uns beim Reisen wichtig ist. Ich möchte auch mal flanieren, möchte schlendern, möchte auch als Frau mal alleine erkunden oder nicht auf Taxis angewiesen sein. Ich möchte mehr lokales Leben und weniger Glasfassaden.

Auf der andere Seite würde ich Dubai damit unrecht tun, dann was sind schon 4 Tage in dieser Megacity. Gerade die Wüstentour und die Altstadt haben uns gezeigt: Da ist mehr. Und auch wenn wir Dubai nicht so schnell wieder besuchen werden, so kann ich doch ehrlich und aufrichtig sagen: Ich freue mich darauf, wenn es wieder der Fall sein wird!

2 Comments
  1. Wow Dubai scheint wirklich beeindruckend zu sein. Bisher habe ich ja nur Bilder gesehen, aber selbst die lassen mich immer wieder staunen, wenn ich bedenke wie hoch dort alles ist.
    Einfach wahnsinnig. Ein sehr cooler Bericht von dir, ich würde die Stadt nämlich auch noch sehr gerne besuchen.

    Viele liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

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