Home is wherever I’m with you

Home is wherever Im with you

Den halben Sonntag haben wir damit verbracht unsere Träume zu erfüllen. Oder zumindest die Erfüllung in die Wege zu leiten. Was es dazu gebraucht hat war ein Handy, ein Notebook, Sonnenstrahlen in das Wohnzimmer, ein Reiseführer und – naja, uns beide und unsere Träume. Wie leicht, alles easy. Denn wenn er dabei ist, bin ich auf der ganzen Welt zuhause.

Wie oft habe ich schon gehört, dass Reisen nur ein Symptom fürs Weglaufen wäre. Weglaufen vor der Gegenwart, vor dem Alltag, vor der Realität. Dass man sein Leben nicht lebt, wenn man nur auf die 28 von 365 Tagen wartet. Dass man nur rennt und alles an einem vorbeifliegt. Dass nichts zählt, außer der Run und das nächste Ziel. Und dann versuchen sie dich unter dem Deckmantel der Liebe oder Freundschaft klammheimlich festzuhalten und dir die Luft abzuschnüren.

Dabei laufe ich doch gar nicht. Ich fliege. Ich lebe. Und dann kam da auf einmal jemand, der hat einfach meine Hand genommen und ist mitgeflogen. Dessen Hand ich nehmen konnte ohne Angst zu haben mich aufzugeben und der aufpasste, dass ich in meinem eigenen kleinen Strudel aus Ideen und Plänen nicht untergehe. Denn meine Bucketlist ist meistens länger als die Liste der Einnahmen auf dem Kontoauszug und dann verrenne ich mich so lange in Gedanken, bis ich nicht mehr weiß, was ich will. Aber er weiß es dann.

Daheim ist wo das Herz ist, sagt man.

Als wir uns noch keine zwei Wochen kennen schenke ich ihm Konzertkarten in einer anderen Stadt – mit Sitzheizung, einem Zwischenstop beim Running-Sushi und ziemlich verliebt fuhren wir auf unseren ersten, kleinen City Trip. Seitdem ist viel passiert.

Einmal war er über einen Monat ohne mich unterwegs und ich weinte bitterliche Tränen – aus Liebeskummer, Einsamkeit und Eifersucht auf seine Reise. Wir schliefen wochenlang auf 95cm in einem T4 an der Küste Frankreichs, Spaniens und Portugals. Wir crashten in dem abgefucktesten Hotel von ganz Frankreich, wo ein Callboy mit einem reichen Geschäftsmann eincheckte und vor dem Hoteltor Drogen vertickt wurden. Im Sofitel tranken wir Champagner mit Goldflocken, während über München die Sonne unterging. Hinter einer Düne, unter den Pinienbäumen, grillten wir Burger. Wir campten mit einem befreundeten Paar in Italien und Abends gab es Wasserpfeiffe, 4 Liter Sangria und eine frisch zubereitete Fisch- und Meeresfrüchteplatte. Wir schliefen auch mal kurz auf einer Raststätte. Als es in der Türkei „Dönerstag“ gab, lagen wir anschließend bewegungsunfähig in unserem Appartement und verdauten. Einmal ließ ein Atlantiksturm Sturzbäche vom Himmel regnen und gigantische Tannenzapfen auf das Autodach knallen und er ist mir durch die Haare gefahren, während draußen die Welt unterging.

Italien, Russland, Indonesien, Frankreich. Was auch immer dieses Jahr auf uns wartet:

Home is wherever I’m with you.

 

 

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