Mäntel & Memories

Es gibt Jahre, da bin ich voll ausgestattet, was Wintersachen angeht. Stiefel: Check. Mäntel: Check. Ich suche mir Sachen mit viel Hingabe und der entsprechenden Vorsicht aus, denn einfach mal 100€ und mehr für ein One-Season-Piece in den Wind blasen, das kommt für mich nicht in Frage. Winterschuhe, Highheels, Jeans und Mäntel müssen für mich länger überdauern, als nur eine Saison. Nach 6 Jahren (!) gibt mein geliebter, schwarzer Esprit Mantel tatsächlich den Geist auf und sieht mehr und mehr nach einem verfilzten Försterumhang aus, als nach einem urbanen Kleidungsstück. 6 Jahre ist eine verdammt lange Zeit.

Nachdem ich letzte Woche einen Abend lang durch die Münchner Innenstadt mit offenen Augen und einem locker sitzenden Geldbeutel herumgerirrt bin, komme ich enttäuscht nach Hause zurück. Bin ich in der Zwischenzeit mental mit meinem Mantel verwachsen oder hat die Qualität bei H&M und Co. tatsächlich noch weiter abgenommen? Egal wo ich reingehe, meinen Traummantel finde ich nicht. Frustriert lasse ich mich mich Zuhause auf das Sofa sinken.

Dann gehe ich auf die Seite von Esprit, dem einzigen Laden, den ich auf meiner Odysse durch die Stadt unbewusst ausgelassen habe. Verrückt. Denn wusstet ihr, dass ich hier drei Jahre lang gearbeitet habe, im Erdgeschoss in der Damenabteilung?

3 Jahre jobbte ich hier neben dem Studium, mal 5 und mal 25 Stunden die Woche. Vielleicht sind wir uns schon mal in der Garderobe begegnet? Vielleicht wolltest du ein TShirt in Größe S und wurdest pampig, weil wir es nicht mehr hatten? Oder du hattest endlich endlich endlich die perfekt sitzende Jeans von mir in die Hand gedrückt bekommen und warst die glücklichste Frau der Welt? Ich erinnere mich an die Kampagne mit Gisele Bündchen, die innerhalb von Tagen ausverkauft war. Und an Menschen, die noch vor der Shopöffnung morgens schon vor der Tür standen, wenn es Sale gab. Ich erinnere mich an Frauen, die ihre Größe nicht wahrhaben wollte und an Männer, die auf die Frage, ob sie was suchen, mit „Eine Hose“ antworteten und den Laden mit einer Hose nach nur 10 Minuten verließen. Ich habe dort geschuftet, gelacht, geflucht, beraten, zugehört. Es war eine schöne Zeit und bis heute kann ich noch eine Kollegin von damals Freundin nennen. Denn wer eine Samstagsschicht kurz vor Weihnachten übersteht, übersteht alles!

Bis heute finden sich insgesamt 5 Mäntel und Daunenjacken (!!!) von Esprit in meinem Kleiderschrank, die nach und nach ausgetauscht werden müssen. Die haben auch alles überstanden. Und jetzt denke ich mir, dass es auch ohne Personalrabatt Zeit wird, sich einen Esprit Mantel zu leisten.

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem klassisch-taillierten Schwarzen, aber auch die A-förmigen und Hellen haben es mir angetan. Ohje. Huston, wir haben ein Entscheidungsproblem!

Esprit Wintermantel 1

Eins // Zwei // Drei

Esprit Wintermantel 2

Vier // Fünf // Sechs

Esprit Wintermantel 3

Sieben // Acht // Neun

Und was sagt ihr?

Ich fürchte, nächste Woche wird bei mir ein Riesenpaket eingehen….

Egal. #GÖNNDIR

 

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