Mein Junggesellinnenabschied

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Heute möchte ich euch von einem ganz zauberhaften Tag erzählen – einem Tag, der mir dank meiner Mädels und meiner Trauzeugin mein Leben lang in Erinnerung bleiben wird und der bei allen, denen ich davon erzähle, nur Erstaunen auslöst. „Wie?„, sagen die Leute dann. „Das alles habt ihr an einem Tag gemacht?!“ Ein Tag, der ziemlich genau einen Monat vor der Hochzeit stattfand (Mitte Oktober) und somit für mich wirklich der Startschuss Richtung Ehe war. An dem Abend wurde mir bewusst: Omg. Du heiratest. Das ist dein JGA. Immer wieder werde ich mich an diesem Tag fragen, wie ich so viel Liebe verdient habe.

Eins vorab: Die tollen Luftballon-Aufnahmen hat Angela von angeladoe.com gemacht. Diese Fotos fanden ihren Weg in ein Hochzeitsgeschenk und ich bin wirklich glücklich und dankbar, dass sie sich die Zeit genommen hat, an diesem Tag Teil einer großen Überraschung zu sein. Aber dazu gleich mehr….

Ein Junggesellinnen-Abschied, wie ich ihn NICHT haben wollte – Ein Beispiel

Woher die „Tradition“ kommt, Braut und Bräutigam durch den Kakao zu ziehen, weiß ich nicht. Ich halte mich auch für einen Menschen mit Humor und einen, dem oft nichts zu peinlich ist, aber das, zu dem sich Junggesellinnen-Abschiede entwickeln, finde ich einfach nur schrecklich. Die Frauengruppen mit bei Shirtinator und Co. bedruckten T-Shirts, auf denen „Bride Tribe“, „LAST STOP: MARRIAGE“ und Ähnliches draufsteht. Bräutigame in Frauenklamotten oder gigantischen Penis-Kostümen. Die Braut mit pinkem Tütü, pinker Krone, pinken Feenflügeln, einem gigantischen Dildo und einem Bollerwagen. Bei jedem Wetter stockbesoffen durch die Innenstadt ziehen und fremde Typen abbusseln. Um am Ende in einem Strip-Club zu landen. Wuuah. Mich schaudert’s! Und obwohl jede behauptet, es genau so nicht haben zu wollen, finden sich jede Woche in der Stadt eine Menge dieser JGA-Herden. Wie passt das zusammen…?

Meine Vermutung ist, dass hier Trauzeuginnen im Spiel sind, die nicht genau zuhören oder einfach nur ihr Ding durchziehen wollen. Daher quatschte ich auch gefühlt 10000 Mal auf Trauzeugin und Brautjungfern ein und vertraute dann darauf, dass sie sich das zu Herzen nehmen würden… Und wenn nicht: Ihre potenziellen Hochzeiten liegen noch in der Zukunft und Rache ist ein Gericht, das am Besten beim JGA serviert wird… ;) Ich hatte also wirklich bis zum Schluss keine Vorstellung, was mich erwartet!

Ich wollte mit so vielen Mädels zusammenkommen, wie es nur ging. Zeit zusammen zu verbringen und was Cooles unternehmen war mir wichtiger, als z.B. den Traum vom Chalet oder ein Städtetrip, bei dem womöglich einige aus finanziellen Gründen nicht mitkommen würden.

Am Ende waren wir sechs von neun, die meisten kannten sich nicht untereinander, eine reiste sogar aus Irland an und wir verbrachten den für mich allerschönsten Tag in München!

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Der Tag davor…

Der Startschuss fiel mit einer Einladung im Oktober, die eine Woche vor besagtem Termin in mein Email-Postfach flatterte. Was das Timing angeht, war es also keine große Überraschung und ich hatte die Zeit, mich eine Woche lang völlig verrückt zu machen… ;) Die Email beinhaltete die Anweisung, ein Alltagsoutfit zu wählen, ein Partyoutfit, sowie Schlafsachen. Treffpunkt: Gut gefrühstückt in der Wohnung einer Freundin, in der wir auch übernachten würden. Für einen Kontroll-Feak wie mich war es wirklich die Hölle nicht zu wissen, was passieren würde und ich packte einfach Mal drei Paar Schuhe ein. Man weiß ja nie….!

Da auch eine Kollegin mit von der Partie war, wusste gefühlt die halbe Belegschaft, was mich am Samstag erwarten würde. Alle, nur ich nicht! Argh. Und immer wieder die Anspielungen auf den Bollerwagen und den Stripper… Am Abend packte ich dann meine Tasche und versuchte zu verinnerlichen, dass das jetzt mein Junggesellinnenabschied war. Aber so richtig angekommen war es in meinem Kopf noch nicht. Auch nicht, dass wir in vier Wochen heiraten würden. Alles war irgendwie noch so unfassbar weit weg….!

So viel Liebe

Am Samstag Morgen stand ich dann im Bad, machte mich fertig, sah in den Spiegel und dachte mir: Das wird ein geiler Tag! Aber ein bisschen Bammel hatte ich schon… eigentlich richtig Herzklopfen. Auch davor, dass es an diesem Tag nur um mich gehen sollte und ich mich zum zehntausendsten Mal fragte, ob ich all das wirklich verdient hatte.

Als ich an der Wohnungstür klingelte, erwartete mich bereits ein riesengroßes Herz-Poster mit „Willkommen“ und ich war keine zwei Schritte zur Tür rein, da hörte ich schon Lachen und Kichern. Die sechs Mädels hatten bereits Gläser To Go vorbereitet und den Spiegel mit Sprüchen vollgeklebt, warum ich in ihren Augen ein toller Mensch war. Nicht zum letzten Mal an diesem Tag (von der Hochzeit ganz zu Schweigen…) kamen mir die Tränen….

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Blumenkranz, Prosecco & Co.

Nachdem ich also wieder mit mir ein bisschen klar gekommen bin, die ersten von vielen Schlücken Prosecco an diesem Tag zu mir genommen und meine Blumenkrone aufgesetzt bekommen habe, rumpelten wir auch schon los (Die Mädels mit überdimensionalen Taschen, was mich stutzig machte). Aber natürlich sollte auch mir an dem Tag nicht zu viel geschenkt werden…!

So bereiteten sie eine Box mit Fragen und kleineren Aufgaben vor, so dass ich über den Tag verteilt kleine Anhänger sammeln konnte. Beim Versagen musste natürlich etwas getrunken werden, aber wenn ich die meisten davon Lösen oder beantworten konnte, wartete am Ende eine Überraschung auf mich. Soso….! Die Fragen bezogen sich auf Reisen („Wie lautet Thailands ursprünglicher Name?“), auf unsere Freundschaft (So musste ich aus Wortspielen herausfinden, wer von den Mädels gemeint ist), auf meinen Zukünftigen („Was war das letzte Kleidungsstück, dass er sich gekauft hat?„), auf die Familie („Wie lautete der Mädchenname der Schwiegermama?„) oder auf die Ehe („Woher kommt die Tradition mit der Türschwelle?„). Aber der Teufel steckte in den Aufgaben!

So habe ich der Ubahn Fotos mit fünf Nationalitäten gemacht, musste mich auf die Suche nach einem großen, blonden Mann machen (oder alternativ nach einem, der Mathias heißt), aus 1€ Gewinn von 5€ machen oder auch mein Favorit: Im Restaurant mit russischem Dialekt bestellen! Ich lache immer noch, wenn ich das Video dazu ansehe…. :D

Da die Aufgaben (größtenteils………) nicht peinlich, sondern eher super witzig und unfassbar kreativ waren, haben sie dem Tag eine eine wirklich besondere, persönliche Note gegeben. Bis heute bin ich geflasht davon, wie viel Mühe sich die Mädels noch in ihrer Freizeit dafür gegeben haben! Und ich war überrascht, wie positiv die Menschen auf einen reagieren, wenn man sie nicht besoffen im Tütü anspricht. Sich von Fremden zur Hochzeit gratulieren zu lassen, hat schon etwas Tolles!

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Station Nummer 1 – Wellness & Spa

Bis wir da waren, hatte ich keine Ahnung, wohin es ging. Und das setzte sich den ganzen Tag fort! Ich erfuhr erst vor Ort, was mich an diesem Tag erwartete. Als wir durch die Türen des Le Meridien in München schlenderten und uns Richtung Wellness-Bereich begaben, bereute ich es sofort, so viel Zeit für mein Makeup aufgewendet zu haben und zerbrach mir zeitgleich den Kopf, da ich keinen Bikini eingepackt hatte. Ich hatte in keinster Weise mit einem Spa-Besuch gerechnet…! Aber sieh an, sieh an: Julia, meine Trauzeugin, zauberte einfach mal meinen Bikini aus ihrer Tasche, den mir Matze am Vorabend heimlich noch untergejubelt hatte. Und ich hatte nichts bemerkt…! Auf mich wartete ein leerer Wellness-Tempel mit Saunen, Pool und Whirlpool, noch mehr Prosecco und eine Rückenmassage. ICH.LIEBE.MASSAGEN.

Witziger Fail: Eine Freundin buchte zeitgleich für sich eine 30-minütige Anwendung (meine hätte 45 Minuten gedauert) und die Massage-Frauen verwechselten uns beide… :D Aber was soll ich sagen? Auch 30 Minuten können paradiesisch sein und am nächsten Tag hatte ich sogar Muskelkater im Rücken. Also absolut empfehlenswert!

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Station Nummer 2 – Burger

Nachdem wir uns wieder im spärlichen Licht der Wellnesstempel-Umkleide fertig gemacht, geföhnt und neu geschminkt hatten, ging es zu Fuß weiter zur Hamburgerei für eine kleine Stärkung. Hier wartete dann auch die bereits erwähnte Bestell-Challenge auf mich, die ich so gut ausführte, dass das Personal davon überzeugt war, ich sei tatsächlich die russische Freundin, die von ihren Freundinnen zum Bestellen gezwungen und auf Grund ihres Dialektes veräppelt wird…!

Ich glaube, hier hatten wir auch ein kurzes Nachmittagstief und hingen satt, matt und glücklich in den Stühlen und ich hatte zum ersten Mal an dem Tag die Möglichkeit mir nochmal klar zu werden, dass es mein großer Tag war… Irgendwann verschwand Helena „auf die Toilette“ mit samt ihrer großen Tasche und mir wurde klar, dass noch etwas auf mich wartete….

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Station Nummer 3 – Fotoshooting

Habe ich schon erwähnt, was für ein Glück ich mal wieder mit dem Wetter hatte…? Also ehrlich! Wir liefen also aus der Hamburgerei los und Helena war und blieb verschwunden.

Es ging Richtung Münchner Königsplatz, wo ich bereits von weitem weiße und rote Herzluftballons sehen konnte, die im Wind Auf und Ab hüpften. Meine Trauzeugin schlug vor, da mal hinzuschauen und zu fragen, ob wir einen haben könnten. Ich war von diesem Vorschlag wenig angetan, da ich davon ausging, dass hier ein Hochzeitsshooting oder etwas in die Richtung stattfand und ich wollte mich auf keinen Fall aufdrängen. Als wir jedoch näher kamen, sah ich, dass dort Helena und Angela standen, die sich schon seit Jahrzehnten kennen. Vor ihnen eine Flasche Helium und in der Hand die Ballons! Ich war einfach überwältigt und konnte nicht glauben, wie viele Mühen sich die Mädels nur für mich gemacht hatten!

Wir machten zahlreiche Gruppenbilder auf den Treppen und zwischen den Säulen und am Tag der Hochzeit überreichte mir Helena ein Geschenk in Form eines Fotoalbums zu diesem Tag…

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Station Nummer 5 – Kleine Pause & Getting Ready

Inzwischen war es später Nachmittag und wir fuhren wieder zu unserer Basisstation nach Hause, um ein bisschen Kaffee, ein paar Gläser Wasser und noch mehr Prosecco zu trinken. Im Hintergrund lief eine 90ies Playlist und ich weiß noch, ich fühlte mich unter diesen Frauen entspannt und glücklich, während wir da so in der kleinen WG-Küche saßen und über Gott und die Welt redeten.

Irgendwann war es auch Zeit, sich für den weiteren Abend fertig zu machen und ich schlüpfte in mein Kleid, das ich mir Extra hierfür bei Missguided gekauft hatte: Ein weißes Mini-Dress aus gehäkelter Spitze mit Ärmeln und einem Ausschnitt, der es wert ist, so genannt zu werden #MammaMia! Ich wusste zu dem Zeitpunkt natürlich noch gar nicht, ob ich dieses Kleid brauchen würde, aber Julia, meine Trauzeugin, bestärkte mich mit den Worten:

Man braucht immer ein neues Kleid!

Recht hat sie – Die Frau kennt mich!

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Station Nummer 6 – Sushi, Sushi, Sushi

Eine der wenigen Stationen, die ich vielleicht erraten hätte, war das Sushi-Essen am Abend. Jeder der mich kennt weiß, dass ich Sushi liebe. Also stöckelten wir aufgebrezelt und schick in das Sushi&Soul und nahmen einen Tisch in der Mitte des Raumes in Anspruch. Aber selbst hier erwartete mich eine Überraschung, denn 0815-Abendessen kann ja jeder: Ein kleiner Sushi-Kurs! Es gab also leckere Cocktails und wir rollten und klebten zusammen mit Kato, dem Koch, was das Zeug hielt. Hier bereute ich es kurz, dass mein Kleid so eng war, denn es zeichnete sich mehr als eindeutig eine kleine Sushi-Kugel ab!

Das hier, dachte ich mir, ist ein krönender Abschluss für einen geilen Tag…. Julia sagte mir, das Programm sei jetzt zu Ende, wir können jetzt einfach in eine Bar weiterziehen. Aber dann gingen wir auf die Straße, bogen ums Eck und –

Tja, was kann jetzt noch kommen, fragt ihr euch???

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Station Nummer 7 – Limo, Baby!

Ja. Da stand sie! Die klassische, weiße Stretch-Limousine! Ich glaube, ich habe hysterisch aufgelacht und habe mich auch bis zum Club nicht wieder eingekriegt. Wir steigen also ein und mutieren automatisch zu Wooohooo-Girls, die mit runtergedrehten Fenstern durch die Innenstadt heizen und dabei laut „Please Tell Rosie“, „Sorry“ und „Jein“ mitsingen. Ja, genau die Art von Menschen werden, über die ich von außen betrachtet die Augen rollen würde.

Aber egal, alles egal, wir machen noch eine Flasche Sekt auf und noch eine und noch eine und singen und lachen und machen Bilder und fahren durchs nächtliche München, als ob’s kein Morgen mehr gäbe….! 

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Station 8 und 9 – Bar & Club & Girls Talk

Nach der Limousinenfahrt lassen wir uns zur Fantom Bar bringen und von dort aus geht es anschließend weiter ins Call Me Drella.

Um 4Uhr Morgens sitzen wir dann wieder in der Küche und unterhalten uns über Beziehungen, Nicht-Mehr-Beziehungen und Noch-Nicht-Beziehungen, bis uns die Augen zufallen….

Station 10 und mein Geschenk

Als ob all das nicht genug wäre, machen wir uns am nächsten Morgen auf ins Zar, für ein einen krönenden Abschluss und ein deftiges Frühstück. Hier wird mir auch die Belohnung für meine Challenges übergeben: Eine Box voll mit Reiseartikeln wie z.B. Reisecremes, Einwegkamera, Blasenpflaster, Notizbüchlein & Co. für die Flitterwochen (von denen ich euch ja noch erzählen will). Ich vergieße wieder ein paar Tränen und stürze mich auf die Eier und den Lachs.

Hier arbeitet auch übrigens ein großer, blonder Typ, mit dem ich heimlich ein Selfie mache. Und somit auch den letzten Task, wenn auch arg verspätete, löse… :D

Gegen Mittag löst sich unsere Runde auf und ich gehe nach Hause.

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Worte und Bilder können nicht beschreiben, wie man sich nach so einem Tag fühlt. Als ob man des besonderste Mensch auf der ganzen Welt ist. Dabei sind es die anderen, die so besonders sind. So einzigartig, so witzig, so kreativ. Mein Junggesellinnenabschied war wie fünf JGAs in einen zusammen, ohne dass es sich auch nur eine Sekunde lang anstrengend angefühlt hatte – dank meiner Trauzeugin und meinen Brautjungfern und den Mädels. Es ist ein Tag, von dem ich immer schwärmen, mich immer daran erinnern werde. Ich hatte so viel Spaß, dass mir noch am nächsten Tag die Gesichtsmuskulatur weh getan hat…! Erst nach diesem Tag fühle ich mich wie das, was ich bin: Eine zukünftige Braut.

Danke!

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