Oh, ich will |…im Spätherbst heiraten

Hochzeit im November

Irgendwie läuft gerade ein kleiner Countdown. Ein kleiner Countdown, der mir jeden Tag sagt, bald ist es soweit. Am Anfang tickte es noch ganz leise, kaum wahrnehmbar, jetzt, mit der endenden Hochzeitssaison 2016, höre ich es immer deutlicher: Bald ist es soweit!

Wir sind beide noch relativ entspannt, was unsere Hochzeit im November angeht. Zu entspannt vielleicht, wenn wir uns anhören, dass es bei manchen schon für 2017 aktiver an die Planung der Blumen zugeht, als bei uns :D Die To-Do-Liste ist gar nicht mal so kurz, aber wir packen einfach eins nach dem anderen an und lassen uns nicht stressen, sondern freuen uns einfach über die aufregende Zeit und den Tag, der ja wohl einer der schönsten im Leben sein soll.

Die Reaktionen darauf, warum wir jetzt eigentlich den November als unseren Monat ausgewählt haben, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Denn klar, Sommermenschen wie uns, die am liebste jede freie Minute am Meer und am Wasser verbringen, hätte man eher eine Gartehochzeit, eine Strandhochzeit, eine Seehochzeit zugetraut. Irgendetwas im Freien, etwas Leichtes, Beschwingtes! Stattdessen wählen wir November, der in manchen Augen der schrecklichste aller Monate ist: Sommer und goldener Herbst sind vorbei, genau so wie die Aussicht „auf das eine, letzte, sonnige Wochenende“, es regnet, die Reserven des Jahres sind aufgebraucht und man wartet nur noch auf Weihnachten, die paar ruhigen Tage und auf das neue Jahr. Warum also ausgerechnet dieser Monat? Eigentlich ganz einfach:

Die Zeitplanung

Als ich den Antrag von Matze bekommen habe, stand meine Welt für mehrere Wochen still. Es war Februar und das eigentlich als „ruhig“ geplantes Jahr nahm auf einen Schlag rasant an Fahrt auf. Im Sommer heiraten wurde mit 5 (!) weiteren Hochzeiten, auf denen wir tanzen dürfen, und unserem Urlaub in Frankreich zu knapp. Und nur für den Sommer auf das Jahr 2017 warten erschien uns einfach absurd. Wir wusste ja, dass wir heiraten wollten. Da ging es nicht um das Wetter, nicht um die Location, nicht um den Monat an sich. Es ging um uns. Es ging darum, dass wir das Versprechen, dass wir uns an jenem Abend auf einer WG Feier gegeben haben, einlösen wollten. Wir wollten nicht mehr warten, Dinge künstlich in die Länge ziehen. Wir wollten heiraten. Noch dieses Jahr. Eigentlich klar, oder?

Off-Season

Off-Season ist das Zauberwort für viele Dienstleistungen, die normalerweise nicht verfügbar oder schweineteuer sind. Hotels und Flüge, zum Beispiel. Aber auch Hochzeitsdienstleister. Ich tue mir jetzt schon schwer, einen Termin beim Floristen zu finden, weil die Brautpaare von 2017 bereits auf der Matte stehen! Ehrlich, wtf?! Spontan im Frühjahr für den Sommer buchen ist also so gut wie unmöglich, habe ich festgestellt. November dagegen ist entspannter: Mehr Auswahl an Fotografen, entspanntere Dienstleister, leere Locations (außer die, die schon Weihnachtsfeiern ausrichten). Wenn man Glück hat, bietet der ein oder andere das Ganze auch noch günstiger an.

Wir wollten uns definitiv nicht mit anderen Brautpaaren um etwas batteln und überlassen an der Stelle gerne das Feld des Sommers und verziehen uns Richtung Herbst. Auch hier wieder das Stichwort: Ganz Entspannt!

Das Wetter

Hä?, denkt ihr euch jetzt bestimmt. Das Wetter war ein Grund für euch im November zu heiraten?! Aber ja! Denn wer im November heiratet, kann vom Schlimmsten ausgehen. Ich stelle mich auf 2°C und nasskalten Eisregen ein. Kann es wirklich schlimmer kommen als das? Und wenn es genau so kommt, dann ist es kein Problem. Ich bin vorbereitet. Wir haben entsprechend geplant. Anders verhält es sich bei Sommerhochzeiten, die nicht selten draußen stattfinden, mit Lampignons und bunten Kissen unter Bäumen. Oft hält das Wetter, was man sich wünscht. Und noch öfter nicht. Will ich eine bunte Boho-Sommerhochzeit in Deutschland feiern, wo es im Juni 2015 auch mal leidige 10°C hatte und monatelang darauf hinfiebern, dass das Wetter passt und am Ende vielleicht in ein Restaurant ausweichen oder Festival-Pavillions aufstellen? Nein. November bietet Planungssicherheit!

Wie seht ihr das? November-Hochzeit – Yay or Nay?

5 Comments
  1. Hey Julia! Am Anfang deines Blogartikels dachte ich mir nur so ‚November? Hochzeit? Hä?‘ Aber du hast mich voll überzeugt! Es stimmt wirklich, was du sagst. Vor allem was das Wetter betrifft. Total sympathisch dein Blog! :) Wünsche dir eine wunderschöne Hochzeit und eine noch schönere Ehe :)
    Liebe Grüße Sarah

  2. Ich finde das klasse! Wir heiraten am 3.9.16 und wurden dafür schon schief beäugt! Finde der Herbst hat so etwas gemütliches an sich und so wie du da ran gehst kann es ja nur eine Traumhochzeit werden! Ganz viel Glück und viel Spaß bei der Planung!

  3. Endlich sagt das mal jemand. :) Wir haben aus genau den gleichen Gründen im Januar geheiratet, und wurden dafür häufig schief angeschaut, aber es war einfach die beste Entscheidung. Wir wollten nicht mehr ewig warten, wozu auch? Unsere Entscheidung stand ja fest.

    Was ich zu deiner Liste noch hinzufügen würde: dadurch dass es früh dunkel wird ist es mit vielen Kerzen und Lichterketten soo gemütlich im Saal. Die Stimmung war unglaublich.

    Inzwischen haben mir einige Freundinnen gesagt, sie würden auch gerne im Winter heiraten, wenn es mal soweit ist. :)

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