Oh, Ich Will!

Oh ich will 2

Immer wieder setze ich mich hin und versuche das in Worte zu fassen, was in meinem Kopf – und vor allem in meinem Herz – passiert. Immer wieder fange ich an zu schreiben, dann merke ich, dass ich das nicht kann und schließe wieder das Notebook. Es fühlt sich so kostbar an, dass ich das Ganze nur für mich behalten will. Nur für uns zwei genießen, nur zu zweit sein. Aber jetzt, 3 Wochen später, glaube ich, finde ich die Worte:

Er war fast mit seiner Diplomarbeit fertig und plante eine Abschlussreise. Wir waren noch kein Jahr zusammen und mein Arbeitsvertrag lief mitten im Hochsommer ab. Wohin weiter? Ich wusste die Richtung, aber kannte nicht das Ziel. Ich war schon oft rumgekommen und schwärmte für Reise-Romantik. Er konnte mir auch mitten in der Nacht etwas über V8-Motoren und den Unterschied zwischen Keil- und Zahnriemen erklären. Und dann sagte er, dass er überlegt einen Europatrip zu machen, mit einem VW-Bus und wenn es bei mir soweit wäre, dann würde er mich an einem Flughafen abholen und wir würden zusammen weiterfahren. Wohin es uns gefällt.

(Auszug aus VW – Living The Dream, Juli 2014)

Wisst ihr, manchmal ist das Leben schön und manchmal ist es auch ganz schön anstrengend und stressig. Man ist nicht sonderlich motiviert für Sport, im Job lief’s auch mal runder, Schreibblockaden und Wäscheberge stauen sich daheim und die Steuererklärung macht sich klischeehafter Weise auch nicht von alleine. Das Krönchen? Ein bevorstehender Zahnarzt-Termin und ein Knöllchen am Roller. Aber es gibt eine Sache, die so einfach und so wundervoll ist, dass ab jetzt einfach kein Tag schlecht beginnen kann: Jeden Tag wache ich neben dem Menschen auf, den ich liebe.

Wir schliefen wochenlang auf 95cm in einem T4 an der Küste Frankreichs, Spaniens und Portugals. Wir crashten in dem abgefucktesten Hotel von ganz Frankreich, wo ein Callboy mit einem reichen Geschäftsmann eincheckte und vor dem Hoteltor Drogen vertickt wurden. Im Sofitel tranken wir Champagner mit Goldflocken, während über München die Sonne unterging. Hinter einer Düne, unter den Pinienbäumen, grillten wir Burger. Wir campten mit einem befreundeten Paar in Italien und Abends gab es Wasserpfeiffe, 4 Liter Sangria und eine frisch zubereitete Fisch- und Meeresfrüchteplatte. Wir schliefen auch mal kurz auf einer Raststätte. Als es in der Türkei „Dönerstag“ gab, lagen wir anschließend bewegungsunfähig in unserem Appartement und verdauten. Einmal ließ ein Atlantiksturm Sturzbäche vom Himmel regnen und gigantische Tannenzapfen auf das Autodach knallen und er ist mir durch die Haare gefahren, während draußen die Welt unterging.

(Auszug aus Home is wherever I’m with you, März 2016)

Jetzt sind wir bald mehr, als Freund und Freundin, mehr als das Verdammt-noch-mal-bestes-Reiseteam-ever, mehr als Fahrer und Navigator/Schlimmster-DJ-Der-Welt. Wir sind bald MANN und FRAU. In guten wie in schlechten Zeit, Zuhause und auf Reisen. Nein, ich war darauf nicht vorbereitet und ich habe es nicht geahnt, nicht vermutet, nicht erwartet. Nicht jetzt, nicht in diesem Jahr, in diesem Monat, an jenem Freitag. Ich war nicht vorbereitet auf den Kniefall, den Ring, die Tausend rasenden Gedanken, die schönen Gefühle. Nicht einen Moment lang! Nicht eine winzig-winzige Sekunde lang! Seitdem gehe ich auf Wolken und jeder Tag ist ein guter Tag! Und wer bitte hätte das gedacht, damals, als wir uns verstrahlt und vertanzt im Club über den Weg gelaufen sind?

Was hat sich seitdem verändert, für mich, für ihn und für uns?

Eigentlich nichts. Und doch alles. Es klingt altbacken, es klingt cheesy, es klingt kitschig. Aber vielleicht, weil einem einfach die Worte fehlen, es so richtig zu Beschreiben. Es ist nicht der Schmuck, der glücklich macht. Und auch nicht, „dass mich endlich jemand ehelicht“ :D (Zitat Mama). Es ist nichts anderes, als die Aussicht auf das gemeinsame Leben, das vor uns liegt. So viele Möglichkeiten, so viele Best-Days-Of-Our-Lifes, so viele Abenteuer. Keine Spielchen. Keine Unsicherheiten. Kein Habe-ich-vielleicht-was-verpasst, sondern nur die Gewissheit, den besten aller Menschen of all time ever an seiner Seite zu wissen. Für immer.

Ich wünschte, ich könnte in Worten einfach so wiedergeben, wie sich so viele Liebe, so viel Nähe, so viel Glück, so viel Sicherheit, so viel Vertrauen, so viel Neugier, so viel Aufregung anfühlt. Und eigentlich denke ich mir, ja, genau so fühlt sich das an, wenn man zum ersten Mal am Ozean steht: Man weiß, dass er groß, weit und manchmal wild und turbulent ist, aber immer wunderschön. Aber dann erklimmt man die Düne, läuft den Strand hinunter und taucht seine Zehen zum ersten Mal ins Wasser. Und in deinem Kopf ist es auf einmal nur still und laut zugleich: WOOOOOOOOOOOOOOOOSH.

Und dann stellst du fest, der Ozean ist das Leben, das vor dir liegt.

Oh ich will 1

6 Comments
  1. Hallo Liebe Julia!
    So süß ihr beide…..Ah,ich freue mich so sehr für euch.Es ist einfach wundervoll,wenn zwei Menschen die sich lieben zueinander finden .Ich bin soooo glücklich dein Blumenmädchen zu sein!!!!

    Deine M.

  2. Sobald man etwas nicht mehr in Worte fassen kann, weiß man, dass es richtig ist. Weil es zeigt, dass es über den Verstand hinaus geht, und da fängt Leben doch erst richtig an. Dort, wo keine Worte mehr reichen und vor allem keine mehr nötig sind – da ist Liebe.

    Boah werd ich hier gerade sentimental. Ich freue mich so für euch! <3

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