REISEN & URLAUB FINANZIEREN

Vom heiligen Wasser des Kiyomizu-dera in Kyoto trinken – unbezahlbar. Die weißen Nächte in St. Petersburg erleben – unbezahlbar. Vor dem Atlantik im Sand sitzen, dem Meeresrauschen zuhören und mit Champagner auf den Geburtstag anstoßen – unbezahlbar. Aber: Flug München – Tokyo 800€. Zuticket Moskau – St.Petersburg 60€. Sprit für 1.200km ca. 110€.

Mal mehr und manchmal auch weniger als man denkt, aber Reisen und Urlaub kostet Geld. Oft schauen manche fast neidvoll auf diejenigen, die scheinbar endlos in der Weltgeschichte unterwegs sind, denn es zieht viele nicht mehr zu materiellen Dingen wie einer goldenen Uhr oder einem fetten Auto in der Einfahrt. Die neue Sehnsucht ist Freiheit, Abenteuer, neue Erfahrungen!

Aber wenn es nicht an Zeit fehlt (und die alleine fehlt ja schon oft genug….!), dann fehlt es an Geld. Und daran fehlt es scheinbar ständig. Und ständig verschiebt man den Städtetrip mit der Freundin, das Wellness-Wochenende mit der Mutter oder die ganz große Reise nach Südamerika Jahr für Jahr. Zeitgleich vergleicht man sich permanent mit all den tollen Bekanntschaften und Influencern und fragt sich, warum man es sich selbst nicht leisten kann.

Dabei ist unser Leben jetzt.

Und darum haben wir uns auch entschieden, nicht noch länger zu warten, um irgendwann ein ganzes Jahr verreisen zu können, sondern das Jetzt! zu leben und für 4 Monate aufzubrechen. Dabei scheint kein Thema die Menschen mehr zu beschäftigen als wie wir uns diese Reise denn leisten können. Und viele scheuen sich auch nicht, diese Frage gleich im zweiten Satz zu stellen. „Oh, wohin geht’s? Und was kostet der Spaß?“.

Dabei sind viele Reisen gar nicht so teuer wie man denkt. Und mit etwas Vorbereitung, Planung und ja, auch etwas Disziplin, kann sich jeder seine Träume verwirklichen, davon bin ich felsenfest überzeugt!

Seien wir kurz ehrlich: Einen krassen Geheimtipp gibt es nicht. Aber sehr wohl gute Tipps, Ratschläge und vor allem Taktiken, wie man es sich etwas leichter machen kann!

Es gibt für mich zwei Arten, wie man sich Urlaub und Reisen finanzieren kann: Das Sparen. Und das Planen!

GELD FÜR DIE LANGE REISE SPAREN

Unsere 4-monatigen Flitterwochen konnten wir nur dadurch verwirklichen, in dem wir konstant über einen längeren Zeitraum (in meinem Fall: 4 Jahre) Geld zur Seite gelegt und darauf gespart hatten. Es gab keinen Geldbaum, unter den ich mich mit meiner Schürze stellen und kräftig schütteln konnte. Ich komme aus keiner reichen Familie und werde bei meinen Reisen nicht familiär unterstützt oder subventioniert. Daher kann ich ruhigen Gewissens sagen: Jeder kann sich das Reisen leisten! Das funktioniert nicht nur, in dem man sich günstige Reiseziele aussucht, sondern in dem man auf eine Reise spart.

Die besten Ratschläge habe ich hier gesammelt:

(Reiter zum Lesen aufklappen!)

Es klingt so simpel, aber die wenigsten tun es: Einen Überblick über die eigenen Finanzen führen. Nur wer weiß, was an Geld ein- und ausgeht kann sehen, was man für eine Reise ausgeben kann.

Als ich zum ersten Mal vor Jahren von Zuhause nach Frankfurt gezogen bin, habe ich angefangen ein Haushaltsbuch zu führen. In Excel!

Heute geht das alles noch viel einfacher. Zahlreiche Apps bieten die Möglichkeit sein Einkommen und v.a. seine Ausgaben im Auge zu behalten. Ich z.B. habe 3 Jahre lang MoneyWise (kostenlos!) verwendet. Die App ist selbstverständlich nicht mit meinem echten Online Banking verknüpft, sondern hilft mir die Geldströme auch unterwegs im Blick zu behalten. Man kann für seine Ausgaben Label vergeben und so sehen, wohin das Geld im Laufe des Monats denn eigentlich so hinfließt. Egal ob es „Eat Out“ oder alles rund um „Wohnung“ ist.

Es kann nämlich ein echter Augenöffner sein wenn man feststellt, dass man im Monat 40€ für Kaffee to go bezahlt hat oder – oh sh*t – schon wieder 200€ beim Shoppen gelassen hat!

Viele Dinge, die man sich so im Laufe des Monats zulegt, könnte man sich im wahrsten Sinne des Wortes sparen. Mal ehrlich, was braucht man schon wirklich? Nicht nur bei mir ist dieses Thema vermutlich aber ein wunder Punkt.

Denn Mädels, seid ehrlich: Gibt es auch mal einen Monat, in dem ihr nichts kauft? Keine Ohrringe, keinen kleinen Schal, keine Hose aus dem Sale? Oder der berühmte dm-Einkauf, bei dem man nur ein Duschgel braucht und wieder 20€ ausgibt? Diesen Winter habe ich einen wundervollen Mantel bei Edited gesehen. Das omg-must-have-ding-ich-bin-verliebt. Der Haken war der Preis, der selbst im Sale bei 200€ lag. Als ich eine Nacht drüber geschlafen habe, kam mir mein Wunsch lächerlich vor.

Ja, der Mantel (oder was auch immer ihr euch „gönnen“ wollt) war nach wie vor wunderschön und sein Geld wert. Aber ich hatte nicht für beides die Mittel. Und 200€! Davon konnte ich in Thailand eine Woche wie eine Gottkönig leben! Oder einen Flug nach Helsinki! Oder ein Spa-Wochenende in einem Fünf-Sterne-Hotel!

Das Gegeneinanderstellen von Gütern und Erlebnisse macht es mir leichter mein Geld für Reisen zur Seite zu legen und auf manches zu verzichten. Wie oft habe ich schon selbst bemerkt, wie ich in den Thermen keine 40€ für eine Massage ausgeben wollte, aber ohne mit der Wimper zu zucken den gleiche Betrag für eine Jeans hinblättern würde in der vermeintlichen Vorstellung, sie würde mich langfristig glücklicher machen?

Das Geld, das man dadurch spart, kann dann direkt in die Urlaubskasse fließen und sammelt sich dort schneller als man glaubt!

Oft hilft es, für eine große Reise oder den ganz großen Traum eine Spardose oder sogar ein eigenes Bankkonto zu eröffnen. Auch ich habe daheim eine kleine Reisekasse. Kleinere und größere Münzen, übrig gebliebene Banknoten aus einer langen Clubnacht, Weihnachtsgeschenke – alles wandert in die kleine Spardose die nur einem Zweck dient: Eine Reise so wundervoll wie möglich zu machen!

Warum ein getrenntes Konto? Damit ihr nicht in Versuchung kommt, von dort für Alltagsdinge Geld abzuheben. Es funktioniert! Mein Konto führe ich bereits seit über 10 Jahren und ermögliche mir dadurch immer wieder kleinere und größere Reisen, ohne sofort mein Erspartes auf meinem Hauptkonto anfassen zu müssen.

In Regalen, Schränken und Kellern tummeln sich oft mehrere hunderte von Euro. Dazu gehören alte CDs, Bücher, Comics, Schmuck, Kleidung, Haushaltsgeräte, Vasen und sonstige Deko. Die einzige Hemmschwelle, die viele daran hindert, ungenutzte Gegenstände zu Geld zu machen, ist die Bequemlichkeit!

Es gibt viele Möglichkeiten, seine Sachen loszuwerden: Rebuy, Ebay, Shpock-App, Kleiderkreisel & Co. sind nur eine kleine Auswahl an Plattformen. Am direktesten ist der Flohmarkt in der eigenen Stadt. Natürlich muss man hierfür Zeit einplanen, ggf. Dinge fotografieren und sie zur Post bringen zum Beispiel. Effektiver ist für mich persönlich tatsächlich die Flohmarkt-Variante.

Und vergesst nicht: Nein, auch wenn ihr 90€ für eine Jeans ausgegeben habt und sie so gut wie nie getragen wurde, ist sie trotzdem keine 50€ Wert! TShirts gehen oft für 2 bis 5€ weg, Hosen 10-20€, ausgefallene Teil auch für mehr. Aber selbst 2€ für ein Buch, das ihr nicht mehr braucht, sind 2€ mehr in der Reisekasse und besser, als das Buch irgendwann im Papiermüll zu entsorgen!

Daher bei nicht verkauften Stücken: Spenden! Abgeben! Tauschen! Oder fachgerecht entsorgen.

Ein Sparplan hilft über einen längeren Zeitraum einen festgelegten Betrag zu sparen. Hier habe ich euch einen Sparplan erstellt, wie man in einem Jahr 2.500€ sparen kann! Wenn man die Beträge auf kleinere Summen verteilt über das ganze Jahr aufbricht, kann sich jeder eine ordentliche Summe für die nächste Reise zusammensparen!

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GELD FÜR REISEN MIT DER RICHTIGEN PLANUNG SPAREN

Auch eine gute Reiseplanung kann einem einiges an Kosten sparen und eine Reise somit erschwinglicher gestalten. AirBnB ist schon lange kein Geheimtipp mehr, aber manche Kniffe haben sich bei mir über Jahre hinweg bewährt!

Ob es Sinn macht in der Nebensaison zu verreisen, um beim Reisen Geld zu sparen, kommt stark auf die Destination und den geplanten Urlaub an. Es macht natürlich wenig Sinn in der Regenzeit zu verreisen, wenn man nur eine Woche am Strand liegen und baden möchte. Eine Nebensaison richtet sich aber nicht immer nur nach dem Wetter oder den gegenwärtigen Ferien im Bundesland. Oft spielen auch Ferien oder Feiertage im Gastland eine große Rolle.

So fällt zum Beispiel das vietnamesische Tet-Fest (Neujahrsfest) 2018 auf den 16. Februar. Oft wird die Woche davor und danach kaum gearbeitet, Hotels und Restaurants laufen auf Sparflamme und kosten wahnsinnig viel Geld. Für uns wäre Februar eine Nebensaison, in Vietnam dagegen ist die Hölle los!

Anders verhält es sich an der französischen Atlantikküste rund um Carcans und Mimizan im Juni und Juli. Während bei uns am Eisbach im Idealfall der Handtuchkrieg herrscht, erwachen die Surfernest nur langsam aus ihrem Schlaf. Ideal für wundervolle Abende und entspannte Tage am Strand, an denen man die Wellen fast nur für sich hat!

In der Nebensaison zu verreisen hat also nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch weitere Pluspunkte wie weniger Straßenverkehr, keine überfüllten Attraktionen oder Sehenswürdigkeit und oftmals viel freundlichere Einheimische, mit denen man leichter ins Gespräch kommt. Und mal ehrlich, man fühlt sich einfach doch individueller und entspannter, wenn man sich das Restaurant mit einem alten Ehepaar teilt, als mit dem Handballclub der dritten Liga aus Buxtehude.

Aber zurück zum Geld. Das Yield-Management, also die Steuerung der Preise für Tickets und Zimmer nach Nachfrage, welches von Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern angewandt wird, sorgt fast schon automatisch dafür, dass in der Nebensaison die Preise sinken. Weniger Nachfrage = günstiger. Viel Nachfrage = teurer.

Bei Flugsuchmaschinen wie z.B. Momondo kann man sich zum Beispiel die günstiges Flugtage einer Woche anzeigen lassen und sich ganz gezielt für Zeiten mit weniger Nachfrage entscheiden!

Wer das Buch „1000 Places To See Befor You Die“ im Regal stehen hat und dort Post-Its hineinklebt oder eine Weltkarte an der Wand mit Pins versieht, der weiß wovon ich rede. Es ist ein tolles Gefühl eine Liste zu führen und abzuhaken! Aber wie hilft das bei der Finanzierung von Reisen?!

Eine Bucketlist ist mehr als nur ein dahinplätscherndes Vor-sich-hin-träumen. Es ist ein Plan! Dein Plan! Wie oft habe ich schon gehört: „Aaah, ich wäre ich dieses Jahr nach XYZ gefahren, aber es war kein Geld da….“. Wären Dinge vielleicht anders gekommen, wenn man sich vorher ein Ziel gesetzt und darauf gespart hätte? Wenn man es sich mit einem konkreten Ziel vorgenommen hätte, wie beim Abnehmen? 10kg runter, 400€ save?

Eine Bucketlist hilft beim Planen und somit mit Sparen und damit auch beim Finanzieren der Reise. Macht es Sinn, einen Flug nur nach Mikronesien für 1000€ zu zahlen? Oder macht es nicht viel eher Sinn, es mit der Neuseelandreise zu koppeln, weil man da auch ohnehin super gerne hin möchte?

Wer seine Reisen ordentlich plant und seine eigenen Wünsche kennt, kann das Beste aus seiner Zeit und seinem Geld rausholen!

Was längst kein Geheimnis mehr ist: AirbnB, Wimdu oder Couchsurfing. Warum nicht den Geldbeutel schonen und Privatvermieter profitieren lassen? Schlimmstenfalls schläfst du auf ner Matratze im Flur und bestenfalls findest du Freunde fürs Leben. Apropos –

400 Facebook-Freunde und alle wohnen in der gleichen Stadt? In deiner? Wohl kaum! Egal ob ein Kommilitonen aus der Uni, die Freundin aus dem Erasmus-Jahr oder das Pärchen aus dem Südamerikaurlaub, mit dem man irgendwie in Kontakt geblieben ist: Es findet sich immer irgendjemand auf der Welt, bei dem man bleiben und sich dann von Einheimischen die Gegend zeigen lassen kann.

Klar, ich verstehe schon, dass es dem ein oder anderen unangenehm vorkommt sich bei jemandem, den man kaum kennt, gleich niederzulassen. Dabei ist nichts dabei offen zu sagen: „Hey, ich bin in der Stadt, darf ich 2 Nächte bei dir crashen?“

Nur die wichtigste Gast-Regel sollte man beachten: Unbedingt Gegeneinladung aussprechen. Und es auch so meinen!

Ein Traveltipp, um seine Reise etwas günstiger zu machen, der bis jetzt auch immer gut funktioniert hat, ist das gemeinsame Buchen von Flug und Hotel, z.B. über Expedia.de

Dabei rede ich nicht vom Pauschalreisen (wie z.B. 499€ All Incl. Mallorca mit Transfer für eine Woche), sondern von dynamischen Preisen, wenn man zwei oder mehrere Reisekomponenten selbst zusammenstellt und gemeinsam bucht. Bei Expedia heißt das Click&Mix. Das Gute dabei, was bei einer Pauschalreise nicht möglich ist: Flug- und Hotelzeitraum können von einander abweichen!

So habe ich zum Beispiel für den Flug nach Tokyo für einen Zeitraum von 2 Wochen und nur die zweite Woche Hotel in Tokyo mit Frühstück 860€ bezahlt! Was zum Finanzieren übrig blieb war die Rundreise in Japan in Woche eins. Ein damals unschlagbarer Preis.

Das klappt auch mit anderen Zeiträumen: Zum Beispiel bei 4 Wochen Thailand und davon nur 2 Tage in einem traumhaften Fünf-Sterne-Superior-Spa-Hotel. Das Hotel bekommt man dabei fast 50% günstiger, als wenn man die Zimmer direkt auf der Hotelseite oder HRS bucht. Einfach mal ausprobieren.

Das sind sie, meine ersten Tipps wie man sich das Reisen etwas leichter finanzieren und manchmal Geld sparen kann. Natürlich gibt es noch Tausende weitere Ratschläge und Websites, die ich hier noch auflisten möchte. Wie sieht es bei euch aus?

Habt ihr einen Trick, einen Tipp, eine Taktik, eine Website mit der ihr bei Reisen Geld sparen könnt? Eure Empfehlung gerne in den Kommentaren oder per Email hinterlassen und ich nehme sie im Beitrag mit auf!

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