Sorgen, Ängste und Gedanken vor einer langen Reise

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Ich war schon so oft unterwegs. Alleine. Zu zweit. Länger. Kürzer. Weiter weg und gar nicht mal soweit. Mit dem Auto, dem Van, dem Flugzeug. Aber das hier ist etwas ganz anderes. Und ich möchte auch nicht Cool Girl spielen und sagen, dass das alles total easy ist und dass es ja jeder macht. Denn vor einer 4-monatigen Reise darf man auch mal Bammel haben!

Unsere Reise ist ein riesengroßes Abenteuer und neben den schönsten Momenten unseres Lebens bringt sie auch wie alles andere auch Gefahren und kritische Situationen mit sich. Egal wie oft ich verreise: Man muss immer Augen, Kopf und Herz offen haben und nichts für selbstverständlich nehmen! Und so gibt es auch bei mir durchaus das ein oder andere über das ich mir ab und an Sorgen mache.

1. Bettwanzen

Eigentlich bin ich kein besonders pingeliger Schläfer, aber der Gedanke an potenzielle Bettwanzen lässt mir einen Schauer über den Rücken laufen. Nicht nur, weil diese Schädlinge Bisse auf der Haut hinterlassen, sondern weil sie sich auch hartnäckig im Gepäck festsetzen und mitreisen, egal wo man hingeht! Wuaaääääähhhh. Nie werde ich die Story vergessen, als eine Freundin aus NY mit Wanzen im Gepäck zurück kam und ihre neu gekauften Ledersachen für ein halbes Jahr einfrieren musste, um sie abzutöten. Ja, was soll ich sagen? Worst case!

2. Mein Pass wird geklaut

Worst Worst Case. Als europäischer Staatsbürger schon recht ärgerlich, aber mit einem russischen Pass absoluter Oberalptraum. Denn konsularisch ist nach wie vor Russland für mich verantwortlich und glaubt mir, wenn ich sage, dass ich es nicht mal meinem ärgsten Feind wünsche, in einem russischen Konsulat seinen verlorenen Pass zu melden. Ganz zu schweigen davon, dass es natürlich nicht überall russ. Niederlassungen gibt! Und dann wäre ja noch mein Aufenthaltstitel, der an meinen Pass gekoppelt ist…. Also wirklich: Worst Worst Worst Case.

3. Ein Tod oder Unfall in meiner Abwesenheit

Vermutlich ist nichts schlimmer, als eine Email, in der steht, dass Mama/Oma/Opa im Krankenhaus sind. Eine Email deshalb, weil man telefonisch nicht erreichbar ist. Da sitzt man da, am anderen Ende der Welt, und trinkt vielleicht noch gerade einen Cocktail aus der Kokosnuss an der Bar, wo es WiFi gibt. Und im nächstes Augenblick verflucht man sich dafür, dass man erst 4 Stunden mit dem Speedboot braucht, um zum nächsten Bus zu kommen, der einen zum Flughafen bringt, wo man für die nächsten 12h in ein Flugzeug steigt, um dann im Krankenhaus aufzuschlagen. Vielleicht zu spät. Meine größte Angst war es immer, meinen Opa in dieser Zeit zu verlieren. Aber da kam er mir zuvor.

Ich weiß, so darf man nicht denken – aber irgendwann sieht man sich immer das letzte Mal. Und diese Angst ist berechtigt.

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4. Dinge zu verpassen

Während wir in der Weltgeschichte unterwegs sind, geht das Leben hier Zuhause trotzdem weiter. Und an diesem Leben haben wir nur bedingt Teil – das ist einer der großen Nachteile bei einer langen Reise! So verpasse ich die Hochzeit eines Familienmitglieds und auch noch die Hochzeit einer guten Freundin. Beziehungen werden entstehen, sich entwickeln oder vielleicht brechen, Zukunftspläne werden geschmiedet, in der Arbeit gibt es neue spannende Projekte und Themen – aber all das wird uns nicht mehr wirklich betreffen. FOMO („Fear of Missing Out“) sollte man hier ganz schnell abstellen!

5. Nicht Fit zu sein

Ich bin kein außergewöhnlich unfitter Mensch. Aber auch keine Sportskanone. Mehr oder weniger regelmäßig versuche ich ins Fitnesstudio zu gehen und bin im Winter aber immer grundsätzlich 6kg schwerer als im Sommer, weil ich mich im Sommer immer mehr bewege. Auf unserer Reise sind wir viel unterwegs, egal ob auf dem Brett oder zu Fuß, ob in der Natur oder unter der Skyline. Und ich habe das dumpfe Gefühl, dass die ersten paar Tage hart werden und mir alles abverlangen. Ich freue mich auf das Ziehen in den Beinen und bleierne Schwere beim Einschlafen nach einem Tag an der frischen Luft. Aber ich habe auch Respekt vor manchen Aktivitäten, die bei uns auf der Agenda stehen!

6. Wipe-Outs und die Kraft des Meeres

Das Surfen einen Teil unserer Reise ausmachen wird, dürfte glaube ich jedem klar sein! Wir sind zwar fortgeschrittene Anfänger, aber immer noch Anfänger. Und freuen uns, unseren Skills in wärmeren Gefilden einen schönen Feinschliff zu verpassen. Trotzdem – ich erinnere mich, als ich in Frankreich am relativ einsamen Strand saß und auf einmal Matze mit seiner grellen Badehose nicht mehr entdecken konnte. Immer ängstlicher suchte ich jeden Surfer nach seinen Merkmalen ab, aber er war nicht da. Ich lief den Strand auf und ab nur um Festzustellen, dass die Strömung ihn einfach ein paar Dutzend Meter weiter in eine Richtung getrieben hatte. Ich weiß noch, wie groß die Welle der Erleichterung war, als ich ihn den Strand entlang gehen habe sehen. Aber es kann auch anders ausgehen!

Das Meer ist unberechenbar, hatte krasse Strömungen und Wipe-Outs zu bieten und wenn man kein Local ist, muss man auf einander Acht geben. So gelten bei uns die Regel: Einsame Buchten erst einmal beobachten, auch bei Ebbe hingehen (oft offenbaren sich unter der Wasseroberfläche scharfe Riffe) und einfach auch mal die Einheimischen fragen. Und einander nie aus den Augen verlieren.

(Übrigens hier der tolle Artikel von Heidi auf dem meerdavon-Blog: „Kein Schiss vorm Wipe Out: Wie du Ängste beim Surfen überwindest„)

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Natürlich sind Ängste und Sorgen etwas natürliches. Es ist ok, wenn man sich an Orte begibt, die man nicht kennt. Die neu sind, fremd. Man weiß nicht, wie man zum Hotel kommt, ob man das Essen verträgt, ob man abgezockt wird, sich verläuft, sich nicht verständigen kann. Das ist ja auch das Abenteuer! Und das ist ok.

Man darf sich nur nicht davon abhalten lassen, es zu versuchen.

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Die Bilder hat Dean noch im Herbst gemacht, bevor die Haare abkamen!


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