THE JOURNAL N°4 – HOMECOMING EDITION

Homecoming – ein schönes Gefühl! Begleitet von einer seltsamen Vorfreude auf Bekanntes, aber auch ein bisschen von Wehmut und Abschiedsschmerz und gerade die ersten Wochen zeigen, was gleich geblieben ist und was sich verändert hat. Das Journal wird sich also ganz der Frage widmen: Wie ist es eigentlich so, nach 4 Monaten, wieder Zuhause zu sein?

Es ist ein bisschen verrückt – Hier könnt ihr das Journal N°2 lesen, als wir nach Dubai und Singapur erst in Neuseeland angekommen waren. Als ich das letzte Journal schrieb, das Journal N°3, begrüßte ich euch mit „Bula!“ und wir hatten nicht nur Neuseeland, sondern auch bereits Fiji und Sydney zurückgelassen und saßen in Cairns im Garten der Familie, während die Hunde mit einem lauten Reißen die Kokosnüsse anknabberten, die im Gras rumlagen. Es war schon Halbzeit. Jetzt sitze ich in München wieder auf unserem Sofa.

Ja – Hinter uns liegt eine unwirkliche, aufregende Zeit und ich glaube erst langsam beginne ich wirklich zu begreifen, was für einen unglaublichen Traum wir uns hier erfüllt haben. Davor war die Reise immer ein Ziel, das es zu erreichen galt. Und auf der Reise selbst war alles, was geschah, sofort aufregend und interessant und schön und ich nahm einfach alles auf, was um uns herum geschah. Aber erst jetzt, in der herbstlichen Ruhe Münchens, da verstehe ich immer mehr: Das, was wir hier geplant und durchgezogen haben, war etwas unfassbar Kostbares und Besonderes. Wie sagte eine Frau aus Wien, der wir auf Bali begegnet sind und die mit ihrem 7-jährigen Sohn unterwegs war: An vier Monate Büro werden wir uns nicht erinnern. An diese Reise schon. Für immer!

Ich habe neue Orte gesehen, exotisches Essen probiert, einiges gelernt, viel gelesen, viel erfahren und vieles auch neu für mich entdeckt. Und allen voran: Es war einfach alles ein unfassbarer Spaß! Ich meine, hallo?: Traumstrände, aufregende Großstädte, tiefe Wälder, wilde Ozeane, stille Seen… um nur einige der Dinge zu nennen. Und all das noch mit meinem Mann, der schon seit dem ersten Monat unserer Beziehung der perfekte Reisepartner ist! Denn wenn ich mit jemandem nach einer Wanderung in Neuseeland skinny dipping in einem eiskalten Bergbach machen, mit dem Roller über balinesische Bergkämme fahren und in Singapur eingelegte Qualle essen kann – dann mit ihm, der Liebe meines Lebens!

Insgesamt waren wir 4 Monate unterwegs, von Ende März bis Ende Juli. Kamen an, hatten eine Woche um uns wieder einzuwohnen und starteten am 01.08. wieder in den Alltag und das Berufsleben. Und jeder, der mir begegnete, stellte mir eine Frage: Und, wie ist es wieder zurück zu sein?

NEUES, ALTES LEBEN

Wie ich bereits erzählt habe waren wir beide in der sehr glücklichen Situation, dass wir ohne unsere Jobs aufzugeben einen unbezahlten Sonderurlaub nehmen und somit nach der Reise in unsere Arbeit zurückkehren konnten. Auch mussten wir unsere Wohnung nicht aufgeben, sondern konnten einen Zwischenmieter einziehen lassen und haben ihn zumindest für 3 Monate gefunden. Das bedeutet, dass wir nach der Reise einfach tatsächlich in unser altes Leben zurückkehren konnten.

Klingt irgendwie langweilig, aber in Wahrheit ist es wunderschön!

Natürlich gibt es echte Aussteiger-Typen und Menschen, die erst ab einem Jahr und nur mit einem Backpack als ganzer Besitz das Gefühl haben, wirklich weg und auf einer richtigen Reise zu sein. Dazu gehöre ich aber nicht. Reisen – in jeder Form, kurz oder lang, nah oder fern – ist für mich wichtig, wenn nicht sogar mitunter eines der wichtigsten Dinge im Leben. Aber ich genieße es auch deshalb so sehr, weil ich stets ein Zuhause hatte, zu dem ich zurückkommen konnte.

Ein Zuhause, das ich nicht liebe und zu dem ich nicht zurückkehren möchte, ist für mich kein Zuhause. Und wenn ich Depressionen beim Gedanken an die Wohnung und die Arbeit kriegen würde, dann würde ich zu 99% meines Lebens etwas falsch machen!

Es ist natürlich leichter gesagt als getan, aber letzten Endes muss man einen Alltag schaffen, in den man gerne zurückkehrt und ein Leben führen, mit dem man zufrieden ist. Ein Leben im Gleichgewicht ist ein gesundes Leben. Nur so braucht es keine Fluchten und Auszeiten. Gerade im Alltag verliert man sich in Kleinigkeiten und regt sich über die nebensächlichsten Dinge auf – diese Reise hat für mich alles wieder in die richtige Perspektive gerückt. Natürlich gibt es mal schlechte Tage, Wochen und sogar Monate. Aber irgendwann ist jedes Thema Schnee von gestern!

Das Gleiche gilt natürlich auch für die Arbeit. Manchmal sind nicht Montage das Problem, sondern die Arbeit selbst. Und wenn es soweit ist, dass man sich eher wünscht sich das Bein beim Treppensturz zu brechen als dort anzukommen, dann sollte man dringend etwas an seiner beruflichen Perspektive verändern! Denn in der Arbeit verbringen wir 5 von 7 Tagen in der Woche und das ist zu viel, wenn man jede Stunde davon eher durchleidet als durchlebt. Man muss immer erkennen, ob es sich um den Moment handelt oder um einen Trend, der einen frustriert. Man muss sich fragen, ob die Arbeit einen bereichert  oder zerbröselt. Und dann muss auch den Mut haben, etwas zu verändern.

Vor fünf Jahren habe ich bereits diesen Schritt gemacht und bin aus dem Beruf, den ich studiert hatte und in dem ich Arbeitserfahrung vorweisen konnte in das Online Marketing als Quereinsteiger gewechselt und habe seitdem diesen Schritt nicht bereut. 4 Jahre davon arbeite ich also schon in der Firma, in die ich nach der Reise zurückgekommen bin. Und kann jedem, der im Job wirklich frustriert ist, empfehlen sich damit aktiv auseinander zu setzen und (mitunter auch harte) Entscheidungen zu treffen. Es kann sich lohnen und wir haben nur ein Leben, aus dem wir versuchen müssen das Beste zu machen!

ZEIT FÜR GEDANKEN

Nachdem wir das hektische Dubai und aufregende Singapur zurückgelassen haben, war es Neuseeland, das uns nicht zuletzt durch den Orkan und das Wetter zur Ruhe gebracht hat. Da wir nicht alles machen konnten was wir uns vorgenommen hatten verbrachten wir viele Stunden mit Lesen und Kaffee im Bus, mit Strandspaziergängen und dem Baden in heißen Quellen. Dieser erste Monat, über den ich ausführlicher hier geschrieben hatte, war ein Monat der Entschleunigung, der Ruhe, der schönen Gespräche und aufregenden Gedanken. Und viele der Dinge, die wir uns damals vorgenommen und gesponnen haben, gehen wir jetzt nach und nach an! Darunter übrigens auch mein Tattoo, dass ich schon lange mit mir im Kopf herumgetragen und im Bus in einer stürmischen Nacht endlich auf Papier gebracht hatte, um es mir 3 Monate später stechen zu lassen…!

The Journal N2 - Honeymoon Edition 3

HOME SWEET HOME

Schon während der Reise hatten wir immer wieder kleine Funken Heimweh, die wir richtig genossen haben. Die Sehnsucht nach dem (vollkommen verklärten) Münchner Sommer zum Beispiel, die ersten Tage im Biergarten oder an der Isar. Es war kein Heimwehschmerz, keine starke Vermissung. Sondern einfach nur diese absolute Gewissheit, wie schön es Zuhause ist.

Natürlich hätte ich nichts dagegen gehabt, noch einen Monat irgendwo auf den Philippinen zu verbringen, den Oman zu entdecken oder sogar noch in die USA rüberzusetzen. Aber in diesen vier Monaten haben wir alles getan was gut und schön und passend war und haben wirklich das Beste aus der Reise gemacht. Ganz in unserem Tempo (indem wir manche Orte auch einfach ausgelassen haben)!

Am Ende der vier Monate haben wir uns richtig auf Zuhause gefreut und sind daher ganz beschwingt in den Flieger gestiegen. Alles hat einmal ein Ende, auch diese Reise und das war uns von Anfang an klar. Wir waren bereit zu diesem großen Abenteuer auf Wiedersehen zu sagen.

WHAT CHANGED?

Jetzt sind bereits 2 Monate vorbei irgendwie ist alles beim Alten und doch hat sich viel verändert. So wird bei uns jetzt wieder ganz anders und viel mehr gekocht als früher – erstaunlicher Weise fällt es mir absolut nicht mehr schwer auf Salz oder Zucker oder Fertigerichte zu verzichten. Auch Alkohol steigt mir bereits nach zwei Gläsern Wein zu Kopf. Sport ist ein fester Bestandteil des Alltags geworden und manche Themen sehen wir mit ganz anderen Augen. Dazu kommt, dass ich es nach wie vor schaffe eine kreative Balance als Ausgleich zum Beruf zu halten (habt ihr schon da neue Logo von isarweiss gesehen?) und auch in unseren vier Wänden hat sich das ein oder andere getan und wird sich auch noch tun! Vor allem aber hatte ich die Zeit zu erkennen, was ich mir für die Zukunft wünsche, was dazu gehört und was ich hierfür tun kann. Auch die Reise ist nicht spontan vom Himmel gefallen, sondern es wurde lange geplant und gespart. Und so ist es immer mit Plänen und Zielen und Träumen. Man muss sie sehen, man muss sie sich vorstellen und dann muss man darauf hinarbeiten. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass die Hochzeit und die Reise nur zwei von vielen Schritten in einem schönen, gemeinsamen Leben waren. Und das in der Zukunft noch viele Möglichkeiten offen stehen und viele Abenteuer warten, wenn man keine Angst hat, den Fuß vor den anderen zu setzen!

So ist das oft beim Heimkommen: Oft hat sich nichts verändert. Nur du.

The Journal N4_Homecoming Edition 1

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