Ubud | Von Affen, dem Wasser und dem Grün

Die Tage in Ubud gehören zu den glücklichsten auf Bali – wenn es dort überhaupt so etwas gab wie noch glücklichere Tage. Es ist nämlich schwierig, sowas wie Glück zu messen, wisst ihr. Erst gestern fragte mich eine Freundin per Whatsapp: „Bist du glücklich?“. Zunächst stockte ich ein wenig über diese direkte Frage, die sich zeitgleich doch auf irgendwie alles bezog. Dann beschlich mich schon fast ein schlechtes Gewissen, weil ich es ungehemmt bejahen wollte. Könnt ihr das glauben? Dass ich fast ein schlechtes Gewissen hatte, weil es mir so außerordentlich gut geht zur Zeit, wo doch Liebe zerbricht, Menschen kein Zuhause haben, Europa auf der Kippe stand? Aber es ist ok, glücklich zu sein, auch wenn andere nicht so glücklich sind. Es ist in Ordnung, sich auch mal ein Stück vom Glückskuchen zu nehmen und es genüsslich zu verputzen!

Glück teilt und spaltet sich nicht, wenn man es für sich entdeckt. Es wird mehr.

Ubud zieht einen ganz anderen Schlag von Menschen an, wie z.B. Kuta mit seinen saufenden Aussies oder Canggu mit den lässigen Typen auf der Suche nach der perfekten Welle. Es zieht die an, die nach dem Glück suchen, nach Zufriedenheit, nach Geborgenheit im Leben, nach dem Gefühl eines großen Ganzen.

In Ubud trifft man die alleinstehende Frau mitte Fünfzig, die nach Eat.Pray.Love. auf der Suche nach sich selbst ist. Die Mädels, die schon morgens mit Yogamatten zu ihrem Guru laufen und bärtige Typen, die am Abend barfuss auf Bongos trommeln, vegane Smoothies trinken und auf ihrem Mac vermutlich noch schnell einen Blogpost schreiben. Der Ort erfüllt jedes Klischee. Und ist dabei so herrlich entspannt.

Hier haben uns auch entschieden, im Ubud Raya zu übernachten, uns richtig was zu gönnen!, und uns sonst durch die Umgebung treiben zu lassen. Mein ursprünglicher Plan – die Umgebung just like Julia Roberts auf dem Fahrrad zu erkunden – stellt sich schnell als Schnappsidee heraus, denn die Umgebung von Ubud ist hügelig, es hat tagsüber 30°C und eine unglaublich hohe Luftfeuchtigkeit. Also entscheiden wir uns wieder für einen Fahrer, der uns an einem Tag ein wenig durch die Gegend fährt. Und die Gegend ist ein saftig grüner Traum…

Lianen hängen über Straßen, Farne sprießen am Straßenrand, Reisfelder erstrecken sich in den Hinterhöfen und immer wieder das tiefe Grün der Palmen. Alles scheint frisch, gesund, blühend zu sein. Wer den ganzen Tag am PC arbeitet, so wie ich, der ist froh um die Schönheit, die einen umgibt. Sie erfüllt mich, entspannt mich, lässt mein Herz aufgehen. Ich bin sonst eher kein Wander- oder Spaziergangfreund, aber auf Bali tue ich alles mit Genuss. Die Luft ist schwer und feucht von den Wäldern, süßlich von den Blumen und Abends weht immer der Hauch der Warungs und Grills durch die Straßen.

Der Affenwald von Ubud

Der Monkey Forest liegt unweit der Innenstadt von Ubud und ist eine Art Park mit Tempelanlagen, in der 4 große Affenfamilien leben, die bis aus zu 150 Tieren bestehen können. Es gibt Futterstationen, mit denen man die Tiere anlocken kann, aber das ist eigentlich gar nicht notwendig. Denn die kleinen und halbwüchsigen Affen, die noch neugierig sind, spielen auch so mit meinen Fingern, Haaren und Händen. Manche sehen mit ihren Bärten aus wie kleine Generäle oder mürrische Großväter. Mütter schreien ihre Kinder an und nehmen sie an die Hand, bevor sie sie lausen. Sie haben winzige Gesichter und kleine, warme, behaarte Hände. Kleine, warme, beharrte Hände, die meine Finger greifen.

Da ist es wieder, dieses Gefühl tief in mir. Ein leises, aber starkes Pochen. Es fühlt sich an wie ein Impuls meiner Seele, die sagt: Wow. Das ist einmalig! Das wirst du nicht vergessen!

Berührungsängste sollte man hier nicht haben :) Und seine Wertsachen gut verstauen….

Affenwald Ubud 1

Affenwald Ubud 2

Affenwald Ubud 3

Affenwald Ubud 4
AFfenwald Ubud 5

AFfenwald Ubud 6

Affenwald Ubud 7

Affenwald Ubud 8

Klauende Affen Ubud
Und dann wurde ich einfach bestohlen! Mitten im Foto! FRECH :D

Tegenungan Wasserfall

Der Wasserfall gehörte zu meinen absoluten Highlights. Ich hatte schon das Glück in Thailand in einem Waldwasserfall baden zu können, aber der Tegenungan übertraf meine Erwartungen bei Weitem. Inmitten einer grünen Palmenlandschaft hört man sein Rauschen. Der Weg zu ihm ist steinig und zerfetzt meine Sandalen, so dass ich den Weg zurück barfuss gehe. Seine Gischt ist so stark, dass ich kaum die Augen aufmachen kann und als ich ins Wasser gehe, drückt mich die Strömung gegen die Steinwände. Ich komme nicht gegen sie an und M. muss mich zur Seite ziehen, damit ich nicht wie ein loses Blütenblatt den Fluss heruntertreibe. Ein paar Jungs springen von den Felsvorsprüngen. München braucht einen Wasserfall! Und einen Regenwald! Und ein Meer!

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Die Reisterrassen von Tegalalang

Die Reisterrassen von Tegalalang sind tatsächlich eher ein touristischer Ort. Sie sind künstlich angelegt und werden kaum wirklich bewirtschaftet. Man kann sich auf ihrer gegenüberliegenden Seite in Cafés am Hang setzen und sie einfach betrachten. Denn sie sind nach wie vor einfach wunderschön. Und so lange der Tourismus dazu beiträgt, dass solche Orte geschützt bleiben und gepflegt werden, dann unterstütze ich das liebend gern.

Tegalalang Reisterrassen Bali 3

Tegalalang Reisterrassen Bali 2
Facts & Tipps | Den Fahrer buchten wir vom Hotel aus, aber da jeder auf Bali entweder selbst Fahrer ist oder jemanden kennt (im Zweifelsfall der Bruder), der Fahrer ist, sollte das kein Problem sein. Mehr als 35$ sollte man für den halben Tag nicht bezahlen. Inmitten von Ubud gibt es einen „Pick Up“-Parkplatz, da viele sich aus den umgehenden Dörfern nach Ubud fahren lassen.  Oder einfach selbst einen Roller mieten und die Gegend erkunden, wenn man den Nerv hat sich mit dem balinesischen Inlandsverkehr auseinander zu setzen.

Lange, luftige Hosen sind der beste Schutz gegen Moskitos und man kann sie auf dem Markt von Ubud kaufen – für die grünblaue Hose auf dem Affenbild habe ich 30.000 IDR gezahlt, das sind ca. 2€. Vermutlich immer noch zu viel, aber man muss ja nicht immer alles auf jeden Cent herunterdrücken! In Ubud ist es ohnehin viel, viel billiger als an den Strandpromenaden.

Und wenn ich mal ein Haus einrichten kann, dann fliege ich extra für die Jalan Tegalalang (Tegalalang Straße) zurück nach Bali. Denn hier reihen sich Möbeldesigner, Kunsthändler und Schreiner aneinander.

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