Unterwegs in… Marrakesch!

Marrakesch. Nordafrika. Wüste. Berge. Enge Gassen, Grusch und Kitsch und Teppiche und Minztee. Ich war schon an vielen Orten der Welt, von denen man sagt, dass hier Tradition und Moderne verschmelzen würde. Aber in Marrakesch habe ich dieses Gefühl nicht, obwohl hier alle genau so mit Smartphone und Tablet durch die Gegend laufen. Marrakesch ist anders. Hier verschmelzen die Palmenhaine mit dem Sand und der Sand mit dem Atlasgebirge und der Dunst mit dem Himmel und der eigene Herzschlag mit dem Ruf des Muezzin am Abend, während die Vögel aus den Braumkronen in einen lila-blauen Himmel fliegen. Lila Wolken, denke ich mir. Das sind nicht die, die man in der Großstadt abgestürzt um 5Uhr morgens auf dem Nachhauseweg vom Club sieht. Die sind hier. Auf dem anderen Kontinent, kurz bevor die Sonne untergeht.

Schon lange, sehr sehr sehr sehr sehr lange, steht Marokko auf meiner absoluten Bucketlist. Ich meine, ich habe wirklich viele Listen und viele Bucketlist-Wünsche, aber es gibt so eine Bucketlist-Liste, die ist wirklich wirklich wichtig. Und Marokko stand da schon wirklich verdammt lange drauf! Letztes Jahr war eine ganze Woche mit Aufenthalt am Meer geplan, ist dann aber doch nichts geworden. Ich war wirklich sehr traurig und habe sogar die ein oder andere Träne vergossen.

Aber alles geschieht ja dann doch aus irgendeinem Grund und so hatten wir die Möglichkeit gleich Anfang diesen Jahres zumindest für ein langes Wochenende nach Marrakesch zu fliegen, dank einer Einladung in das Hotel La Mamounia, das sicherlich einige von euch kennen und über das ich bereits super stolz berichtet habe! Natürlich war ich absolut baff über diese großartige Möglichkeit und wir haben keine Sekunde gezögert, den Flug zu buchen. Auch wenn wir keine Woche geblieben sind – der kleine Winterbreak war die beste Entscheidung für einen Monat wie Januar!

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Warum Marrakesch der ideale Ort für einen kleinen Winterbreak ist

  • Zum ersten Mal bin ich mit Royal Air Maroc geflogen, die von München nach Marrakesch in knapp 3h direkt fliegt. Die Flüge können vergleichsweise teuer ausfallen, früh buchen lohnt sich! Dafür ist die Anreise unaufwendig und schnell.
  • Marrakesach ist keine Küstenstadt und ist somit nicht überschwemmt vom billigen Strandtourismus. Die Atmosphäre ist sehr ursprünglich, fast geheimnisvoll und versprüht alten Kolonialgeist.
  • Das Klima fand ich extrem angenehm! Obwohl es Abends kühler wurde (10-14°C), hatte es tagsüber lockere 23-27°C. Da auch in Marokko Winter ist, wärmt die Sonne eher anstatt zu brennen. Lange Ärmel und lange Hosen für den Souk? Kein Problem! Aber dann kurz im Pool schwimmen und dann die Sonne genießen? Auch kein Problem!
  • Es wäre ironisch zu sagen, Marrakesch sei konsumentfernt, wenn man bedenkt, dass die Innenstadt ein einziger, großer Markt ist. Ich muss aber trotzdem sagen, dass ich es gerade nach der Weihnachtszeit entspannend fand, nicht permanent mit „Luxusgütern“ in Shoppingmeilen konfrontiert zu werden wie bei anderen Städtetrips. Bummeln auf dem Souk ist nun mal nicht das Gleiche wie Shopping! Mitgenommen habe ich natürlich trotzdem etwas :) Armbänder, Kissenhüllen und Teller!
  • Natürlich ist eine lange Reise etwas anderes als ein Wochenendausflug. Trotzdem – einmal kurz fremde Luft schnuppern, in eine fremde Kultur eintauchen, sich neuen Eindrücken aussetzen ist gerade in den faden Wintermonaten ein echtes Wundermittel für Augen, Herz und Hirn!

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Essen & Trinken in Marrakesch

Ihr wisst ja, Essen und Reisen (am Besten in Kombination) – das ist einfach mein Ding! Da ich tatsächlich nahezu alles essen würde, ist die regionale Küche für mich auch immer die Eintrittskarte in die Kultur und Mentalität eines Landes. Gemeinsam essen, probieren, fragen – beim Essen komme ich dem Ort meiner Reise immer besonders nah!

Wie ich schon in meinem Artikel über das La Mamounia geschrieben habe, konnte ich dort eine besondere Spezialität probieren: Tauben-Pastille, eine Mischung aus deftig und süß. Aber auch auf den Straßen, kleinen Lokalen und fancy Dachterrassen gab es feine Sachen! Eine Besonderheit konnte ich nicht probieren: Lammhirn, obwohl es tatsächlich sehr sehr gut schmecken soll. Aber das hebe ich mir dann einfach für meine nächste Reise nach Marokko auf!

  • Oliven – Konnte ich nie leiden. Dachte ich. In Marrakesch wurde meine Liebe zu Oliven wirklich mit einem Mal entfacht! Egal ob würzig, scharf, pur oder gesalzen – Oliven stehen nach dieser Reise ganz oben auf meiner Favourite-Snack-Liste! Komisch, wie sich der eigene Geschmack verändern kann, ohne dass man es bemerkt…?!
  • Tajine – Bezeichnet sowohl den spitz zulaufenden Tontopf, als auch das darin gekochte Gericht. Der Schmorrtopf ist ein typisch nordafrikanisches Gericht und wird mit Lamm, Huhn, Rind, aber auch vegetarisch zubereitet. Da die Zutaten alle zusammen im Topf schmorren, ist der Geschmack sehr intensiv. Ein absolutes Must-Try in Marokko!
  • Harira – Eine dickflüssigere, nordafrikanische Kichererbsensuppe. Vor allem während des Ramadan wird sie im Maghreb täglich gereicht. Sie wird mit Zitronen, Datteln und Brot serviert und ist sehr reichhaltig. Unbedingt probieren!
  • Orangensaft auf dem Djemaa el Fna – Kostet nur 50 Cent, schmeckt frisch, süß säuerlich und macht glücklich und bereit für den Souk
  • Minztee – Da ich auch Zuhause zu jeder Tageszeit Tee trinke, ist es für mich nur logisch, mich auch den lokalen Gegebenheiten anzupassen. Der Minztee wird oft als Willkommensgetränk serviert und auch Morgens, Mittags, Nachmittags und Abends getrunken. Wer es eher weniger süß mag, sollte es vorab sagen. Der Tee wird meist bereits gesüßt serviert.

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Und wo?

  • Djemaa el Fna / Stände – Abends verwandelt sich der sonst tagsüber eher leere Platz in einen magischen Ort voller Geschichtenerzähler, Gaukler und auch Essensstände! Leider waren wir tatsächlich immer zu satt, um hier etwas zu essen, aber eigentlich ist auch das ein Must Do! Die Stände sind durchnummeriert und jeder Marokkaner wird euch sicherlich seinen einen, DEN einen, Stand nennen!
  • Terrace d’epices – Unser Hideaway am ersten Nachmittag für leckeren Avocadosmoothie, Café und natürlich Minztee. Ein Ort voller junger Menschen, die wie Models, Grafikdesigner oder Reiseblogger aussehen ;)
  • Café d’epices – Gerade Abends kann man von hier aus auf den leerer werdenden Souk blicken und dabei wirklich gute Sandwiches essen! Ein Traum!
  • Nomad – Das Nomad ist wohl der Tipp in Marrakesch schlechthin, allerdings haben wir es kein einziges Mal geschafft hier zu essen, obwohl wir zwei mal hier waren! Einmal gab es nur ein fixes Menü und einmal waren wir gegen 17Uhr zu früh zum Abendessen. Nächstes Mal :)
  • Djemaa el Fna / Dachterrassenrestaurants – Sie sehen tourimäßig aus, sind es auch, aber sie haben trotzdem einen totale Ausblick und gutes Essen. Ich hatte hier eine tolle Lammtajine! Einfach ein Restaurant aussuchen, auffällig mit dem Finger drauf deuten und schon spricht euch jemand an und bringt euch hin.

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Sightseeing in Marrakesch

  • Jardin Majorelle
  • Maison de la photographie
  • Saadier-Gräber
  • Bahia-Palast
  • Koutoubia-Moschee

Eindrücke aus Marrakesch

Weil manches keine Worte braucht.

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Zum Beitrag über das La Mamounia geht es hier lang!

8 Comments
  1. Wunderbarer Post! Dein Absatz mit der Bucket-List, die wirklich wichtig und wo Marrakesch drauf steht spricht mir so aus der Seele! Jedesmal, wenn ich Bilder aus dieser Welt von 1001er Nacht sehe wird der Wunsch, da hinzufahren immer größer – abgesehen davon liebe ich die Sachen, die es auf den Souks gibt viel mehr, wie Luxusmalls. Ich hoffe, es klappt bald auch bei mir!

  2. Ein wunderschöner Post mit tollen Bildern. Ich habe mich sofort wieder in diese tolle und geheimnisvolle Stimmung dort zurückversetzt gefühlt. Danke fürs Aufleben lassen der schönen Erinnerungen.
    Lieben Gruß,
    Julia

  3. Ein wunderschöner Post mit tollen Bildern. Ich habe mich sofort wieder in diese tolle und geheimnisvolle Stimmung dort zurückversetzt gefühlt. Danke fürs Aufleben lassen der schönen Erinnerungen.
    Lieben Gruß,
    Julia

  4. Was für ein fantastischer Post, da bekommt man direkt Lust sich in den Flieger zu setzen und nach Marrakesch zu fliegen. Es ist schon einige Jahre her, als ich das letzte Mal da war, aber ich möchte auf jeden bald wieder dahin. Ich freue mich schon dieses Jahr auf meinen Marokko Urlaub.

    Was für ein wundervolles Land und es macht mich stolz solche Berichte zu lesen. Denn dann weiß ich, dass meine Heimat nicht so schlimm ist, wie es von einigen Menschen und Medien dargestellt wird :)

    Vielen Dank hierfür.

    Liebe Grüße
    Mimi

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