Unterwegs in… Montenegro!

Für 2016 kürte Lonely Planet die Hafenstadt Kotor in Montenegro zur neuen Trend-Destination. Das kann ich verstehen. Denn 2011 war ich da. Wie schade, dass ich damals keinen Blog hatte. Aber das kann ich ja jetzt nachholen! Was ihr also seht ist Zweierlei: Ein Blick in die Vergangenheit – und auch einen kleinen in die Zukunft. Vielleicht werdet ihr ja jetzt in 2016 öfter davon hören.

Montenegro bedeutet „Schwarzer Berg“

Blaues, kristallklares Wasser der Adria. Schroffe Felsen und üppiges, dunkles Grün. Kleine malerische Städte, touristische Flaniermeilen an luxuriösen Häfen, verfallene Kirchen und kleine Cafés. Das ist Montenegro, wie ich es in Erinnerung halte. Vielleicht hat es auch noch den Vorteil gegenüber seinem Nachbarland Kroatien – das scheinbar Unberührte, das Neue. Abseits der Strände und der Hotels ist dem Land noch viel Ursprünglichkeit geblieben, da sich der Großteil des Tourismus an der Küste ballt. Ein richtiger Geheimtipp ist es aber spätestens Lonely Planet und James‘ Bond „Casino Royale“ nicht mehr.

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Kotor und seine Bucht

Auf den oberen Bildern seht ihr die Bucht von Kotor, kilometerlang und umrandet von steilen Klippen und bewachsenen Bergen. Wie ein einziger, riesiger Fjord im Süden Europas schneidet sie durch die dalmatinische Küste. Von dem Parkplatz oberhalb der Bucht kommen einem die Häuser und Straßen Kotors winzig vor. Und umso gigantischer das Kreuzfahrtschiff, das mitten in dem malerischen Fjord anlegt. Montenegro hat schon seit Jahren seine Pforten für Riesenkreuzer und Luxusyachten geöffnet. Mich erinnert dieses Bild wieder daran, was ich an Kreuzfahrt-Giganten ablehne.

Die Bucht von Kotor war schon immer Rückzugsort für Seeräuber, Umschlagsplatz für den Welthandel, hier tummelten sich Christentum, Judentum und Islam, hier war eine kleine Brücke zwischen den Welten. Nach einem schweren Erbeben ’79 steht die Stadt Kitor auf der UNESCO Liste für gefährdete Natur- und Kulturgüter.

Sveti Stefan

Ursprünglich was Sveti Stefan ein Fischerdorf, das im 15. Jhd. erbaut wurde. Nur ein kleiner Damm verbindet die kleine Insel mit dem Festland. In den 50ern und 60ern wurden aus dem Dorf eine Hotelinsel – die Fassaden und kleinen Gassen blieben aber bestehen. Um 2007 herum wurde die Insel von einem Investor geleast und wieder renoviert, hier entstanden noch mehr Suiten und Villen. Das Monaco Montenegros war geboren und beherbergte seitdem zahlreiche Gäste aus der Politik und der High Society.

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Die Altstadt von Kotor

Die Stadt liegt eingekeilt zwischen dem Wasser einer steilen, schroffen Klippe des heiligen Iwan, dem Hausberg von Kotor, über den sich noch die Stadtmauer zieht. Über der Hälfte der Stadt nimmt der Berg ein. In ca. einer Stunde kann man den Gipfel erreichen.

Für Massentourismus ist in Kotor kein Platz, auch wenn nicht erst seit der Öffnung des Hafens für Kreuzfahrtschiffe und Luxusyachten der Tourismus die Wirtschaft ankurbeln soll. Die engen, namenlosen Gassen enden in kleinen Höfen und Plätzen, an denen es was zum Schauen, zum Trinken oder zum Essen gibt.

Das Land hat mich beeindruckt, hat mir gezeigt, dass es abseit der gängigen Destinationen und Routen Schönes gibt. Dass selbst Europa für viele von uns noch unentdeckt ist. Dass man nicht 10.000km fliegen muss, um sich zu fühlen wie in einer neuen Welt. Damals, da war ich einfach so unterwegs – da habe ich mir die Namen der Cafés und Läden nicht gemerkt, keine Must-See-Liste und keine Top 10 Hot Spots angefertigt.

Es ist also an euch, eure persönlichen Lieblingsplätze hier zu entdecken!

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Was sonst noch für 2016 angesagt ist, könnt ihr auf der Seite von Lonely Planet nachlesen.

Wie plant man am Besten eine Reise nach Montenegro?

Jeder reist auf seine eigene Art und Weise. Koffer oder Rucksack, Bergsteigen oder Strand, Sightseeing oder Wellness. Will man ganz individuell Montenegro entdecken, so macht es Sinn über Kroatien zu fliegen (z.B. mit Air Serbia, der russischen Fluglinie S7, aber auch Adria Airlines, Alitalia oder Turkish Airlines, gefunden via Checkfelix) oder mit der Bahn oder z.B. Flixbus einzureisen.  Deutsche Staatsbürger brauchen für Montenegro kein Visum. Russische Staatsbürger übrigens auch nicht.

Aber es ist nun mal nicht jeder für individuelle Reisen gemacht, manche könnten auch eine organisierte Rundreise in einer kleinen Gruppe bevorzugen. Rundreisen sind nämlich tatsächlich nicht nur etwas für alte Menschen und ewig Alleinstehende. Wenn ich höre, wie oft jemand gerne ein Land sehen möchte, aber niemanden zum Mitreisen findet, dann macht mich das unfassbar traurig. Lieber würde ich mich einer Reisegruppe anschließen, als daheim zu bleiben! Die Vorteile liegen hier auf der Hand: Organisierte Touren, vorgebuchte Hotels und Transfers, kein Stress. Nur Augen aufmachen, staunen und genießen. Und auch wenn die Reiseveranstalter sich nicht gerade mit Montenegro-Katalogen überhäufen, so finden sich auch hier einige Möglichkeiten:

So bietet z.B. Studiosus eine Rundreise durch Montenegro und seinen Nachbarn Albanien an (hier). Aber auch bei DERTOUR gibt es auf der Seite Hotels (hier) und auch eine ganze Rundreise durch Montenegro (hier) . Das Interessante an der Tour ist, dass sie individuell mit dem Auto gemacht wird. Man hat also stets die Möglichkeit sich auf sein eigenes Tempo zu besinnen und lernt in 7 Tagen alles von den Bergen bis zur Küste kennen. Mit dabei ist auch die Tara-Schlucht, die ich auslassen musste und die für mich immer ein Argument wäre, zurückzukommen.

Hach, Montenegro – mein persönliches, kleines, unentdecktes Juwel. Das in 2016 auf einmal zum Mega-Star wird.

PS: Auch mit den Reiseblogs ist es ein wenig wie mit Fashion: Alles muss immer Up-to-date sein, das Neuste vom Neusten, so dass man es auch ja nachkaufen und man instant die neuste Bar und den besten Geheimtipp nachlesen kann. Manchmal kommt es mir so vor, als ob ein Blog nichts anderes sein soll, als eine stets aktuelle Leinwand von Ereignissen und Produkten. Ein nie endender Livestream an großartigen Bildern und tollen Eindrücken.

Aber ich bin keine Zeitschrift, kein perfekter Feed. Ich möchte euch zwischendrin auch Sachen zeigen, die ich damals komplett „offline“ erlebt habe, als ich noch kein Instagram oder den Blog hatte, z.B. „Unterwegs in… Albanien!“.

1 Comment
  1. Hi Julia,
    schöner Bericht über Montenegro. Dieses Ziel steht bei uns auch noch auf der Wunschliste. Neben der Erkundung mit unserem Bulli soll auch wandern und Kajak fahren auf dem Fahrplan. Hast du irgendwelche Tipps oder Erfahrungen für etwas Outdoor-Aktivitäten in dieser Richtung?
    Viele Grüße

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