Unterwegs in… Moskau!

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Moskau – das war für mich immer nur eine Durchgangsstation. Es war der Flughafen, an dem ich ankam, wenn ich auf dem Weg zu meinem Opa war und auf mich warten bei Ankunft immer noch 400km, die per Bus oder Bummelzug zurückgelegt werden müssen. Sehr selten habe ich in Moskau Halt gemacht, um zu Shoppen oder mir die Sehenswürdigkeiten anzusehen. Zu groß war die Sehnsucht nach der Familie und meistens die Zeit auch ohnehin viel zu knapp. Ich glaube ich war 18, als ich den Roten Platz zuletzt gesehen habe.

Dieses Jahr ist Matze zum ersten Mal mitgekommen, um meine russische Familie kennenzulernen und ich glaube für uns beide war das eine verrückte Erfahrung… er, der sich sonst überall auf der Welt verständigen kann, war auf mich als Dolmetscherin angewiesen. Und mir wurde bewusst, dass eigentlich niemand von meinen Freunden nachvollziehen kann, wo ich herkomme und wo ich aufgewachsen bin. Für ihn habe ich also mehr als nur übersetzt und (kulinarische) Reiseleitung gespielt. Ihm habe ich einen sehr versteckten, verletztlichen Teil von mir gezeigt und von dem, wer ich bin und was mich ausmacht.

Aber bevor wir uns in das Getümmel der Familie gestürzt haben, haben wir uns einen 2-tägigen Deepdive in die russische Hauptstadt gegönnt. Es hatte durchgehend fast 30°C im September, ich hatte KEINEN Pelzmantel an ;) und habe geschwitzt, als wäre ich in Bangkok!

Und ist das zu fassen? Fast hätte es weder die Bilder noch den Beitrag gegeben, da ich die Fotos nicht finden konnte! Ein Hoch auf Backups! Und deshalb kommt der Bericht auch drei Monate später als geplant….

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Über Moskau

Die russische Hauptstadt hat mit ihrem Ballungsraum rund 15 Mio. Einwohner und ist tatsächlich politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Russlands. Merkt man auch am Stau, in dem ich schon mehrmals auf der achtspurigen Straße drei Stunden lang stand…. Mit drei internationalen Flughäfen (Vnukovo, Domodedovo und Scheremetevo) ist es auch der Knotenpunkt für alle, die noch weiter in die Tiefen des Landes reisen möchten. Ich fliege meistens mit S7/Airberlin oder Lufthansa, die den neueren Flughafen Domodedovo anfliegen. Tickets gibt es je nach Reisezeit zwischen 100€ und 350€. Vom Flughafen geht der Aeroexpress direkt zu einem der größten Bahnhöfe im Zentrum (Paveletskaya), denn soetwas wie einen Hauptbahnhof gibt es nicht.

Moskau erfüllt viele Klischees, zum Beispiel von dem Kontrast von arm und reich. Halb zerfallene und schäbige Gebäude stehen direkt neben protzigen Einkaufszentren. An der bettelnden Oma mit einer kleinen Katze auf dem Arm fährt der dritte Lamborghini vorbei. Hier gibt es deftige Hausmannskost für 3€ und Bleni mit Kaviar für 45€ im historischen Restaurant. Marktfrauen und Chanel. Smartphones und Freiheit und Nationalstolz und verdrehte Politik. In 2 Tagen kann man an einer Stadt nicht ganz Russland kennenlernen. Aber die Eindrücke bleiben, sagt Matze.

Hotel Mercure Arbat

Um ein wenig Quality Time vor der großen Familienzusammenführung zu haben, bleiben wir statt bei Freunde im Hotel Mercure Arbat . Ihr wisst ja, dass ich mich in den Accor Hotels sehr wohl fühle und mit rund 75€ für 2 Übernachtungen pro Person haben wir auch noch einen guten Deal gemacht. Leider sind die Fotos vom Hotel tatsächlich teilweise unauffindbar…

  • Gute Lage (Sehr günstig gelegen, gleich in Nähe vom Arbat, der alte Straße mit Geschäften und Restaurants)
  • Fairer Preis
  • Ausstattung/Design/Zimmergröße/Sauberkeit (Mir ist gleich aufgefallen, wie großzügig die Zimmer geschnitten waren. Wir hatten viel Platz für Koffer und unsere Sachen. Das ganze Hotel war sauber und schön anzusehen. Es war ein Ort an den wir, erschöpft und ausgelaugt, gerne zurückgekommen und ins weiche Bett gefallen sind.
  • Service (Wir wurden sehr nett empfangen, an der Rezeption bekommt man alle wichtigen Infos, sowie kleine Stadtpläne)
  • Kein Spa oder Pool, „nur“ eine Sauna und Fitnessraum

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Top 10 Things To Do in Moskau

Wie jede Metropole sollte auch Moskau von jedem selbst erkundet werden. Die einen stehen auf Skybars, die anderen auf Museen und Geschichte. In Moskau gibt es einen Mix aus beidem. Meiner Meinung nach gehören folgende Punkte unbedingt auf die Bucketlist:

  1. Roter Platz (v.a. bei Nacht)
  2. Basilius-Kathedrale
  3. Am Arbat spazieren
  4. Kreml und seine Kirchen von Innen
  5. Moscow Mule trinken
  6. Sich durch die Nationalgerichte probieren (Beispiele weiter unten)
  7. Staatliches Kaufhaus GUM am Roten Platz (Nicht nachfragen, warum ausgerechnet ein Einkaufscenter auf meiner Liste landet. Einfach reingehen!)
  8. Tretyakov-Gallerie
  9. Bolschoi-Theater (Das große Theater)
  10. Kolomenskoje (Vor allem, wenn man sich einige Tage in Moskau aufhält und bei gutem Wetter der Großstadt entfliehen will. Eine große Parkanlage mit viel Grün und historischen Bauten, so wie kleinen Imbissen und Restaurants)

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(Drinks und Wasserpfeife am Arbat)

Meine Top 10 der russischen Gerichte, die du probieren musst

Gleich vorab: In Russland wird Smetana (eine Art Schmand oder Sour Creme) zu vielen Gerichten mitgereicht. Was am Anfang seltsam erscheint, ist spätestens nach dem ersten Gericht ein Must-Do. Matze ist von der Beigabe von Smetana so angetan, dass es seitdem nicht mehr im Kühlschrank fehlen darf!

Am Arbat in Moskau finden sich viele Restaurants mit englischsprachiger Bedienung und Menüs. Die Preise sind nicht abgehoben und man kann sich munter durch die russische Küche probieren. Meine Top 10 Empfehlungen:

  1. Pelmeni (Gefüllte, gekochte Teigtaschen – müssen auf jeden Fall mit Smetana gegessen werdenW)
  2. Deftige Bleni (Pfannkuchen gefüllt, z.B. mit Huhn und Kräutern oder Pilzen)
  3. Süße Bleni (Mit Beeren, Eis, Honig… und allem zusammen)
  4. Fleischpflanzerl (Egal ob traditionell mit Rind oder mit z.B. Ente!)
  5. Brotzeit/Vorspeisen: Eingelegtes Gemüse, Speck, Hering mit Zwiebeln, Wurstsorten
  6. Wareniki (Süße Teigtaschen, gekocht, mit Marmelade oder Beeren gefüllt)
  7. Medowik (Honig-Schichtkuchen)
  8. Kaviar (Für Anfänger eignet sich der teurere, schwarze Kaviar sogar noch mehr. Man isst ihn pur, auf gekochten Eiern oder auf Pfannkuchen)
  9. Gekochte Rinderzunge (mit Meerettich und Kräutern)
  10. Borschtsch (Rindersuppe mit roter Beete und Kohl – ein Must Try!)

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Honigbrot mit Rote-Beete-Aufstrich, Rinderfiet, karamelisierter Orangenschale und Preiselbeeren

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Bleni mit rotem Kaviar

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Medowik – Der geschichtete Honigkuchen

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Pelmeni – Gefüllte und gekochte Teigtaschen mit Smetana

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Links: Eingelegtes Gemüse (engl.: Pickles). Rechts: Dreierlei Speck für Schwarzbrot

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