WETSUITS & NEOPRENANZÜGE – DER KLEINE BUYER’S GUIDE

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Der Neoprenanzug – auch wenn es vielen Anfängern und fortgeschrittenen Surfern lieber ist, nur in Boardshorts und Bikini in tropische Wellen zu hüpfen, so sollte man selbst in der warmen Jahreszeit in zahlreichen Surfspots Europas nicht auf ihn verzichten! Aber neben den ganzen Marken und dem optischen Schnickschnack gibt es da Fullsuits, Shorties, Westen, Surfbikinis, Lycras, Short Sleeves, Steamer, Hooded Suits… da ist es schwer, sofort den Durchblick zu finden! Daher ist es Zeit für einen kleinen Guide in Sachen Neopren und Wetsuits:


Neopren ist eigentlich nichts weiter als die Markenbezeichnung von synthetischem Kautschuk, das bei der Herstellung ordentlich aufgeschäumt wird. Die dabei entstehenden Luftblasen lassen später nur etwas Meerwasser durch, das vom Körper erwärmt wird und zwischen Haut und Neopren als zusätzliche Schicht dient. Und uns vor Kälte schützt. Übrigens: Dunkle Neoprens absorbieren zusätzlich Sonnenlicht und wärmen daher extra!

Das Wichtigste für einen gut schützenden Neoprenanzug und Wetsuit ist seine Passform: Er muss wie eine zweite Haut sitzen! Dafür muss man wissen, welche Form und Dicke die Richtige für einen selbst ist.

FORM & SCHNITT – EIN ÜBERBLICK

LYCRA, RASHGUARD, SURF TSHIRTS

Diese leichten Shirts, die es mit langen und kurzen Ärmeln, sowie enganliegend und weiter gefasst gibt, sind ideale Begleiter für heiße Sommermonate und tropische Wassertemperaturen ab 23°C! Sie sind nicht aus Neopren und bieten daher kaum Kälteschutz, dienen aber vor allem gegen die Sonneneinstrahlung und kleinere Abschürfungen durch frisch gewachste Bretter. Sie trocknen schnell und können einfach in die Waschmaschine geschmissen werden, sind also gute Begleiter für einen Surftrip nach z.B. Bali!

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CAPSLEEVE

Ein Capsleeve Wetsuit dient, ähnlich wie die Weste, einem größeren Schutz bei warmen Temperaturen. Der Unterschied besteht darin, dass hier keine zusätzlichen Shorts benötigt werden, es ist also alles rutschfest und schützt daher besonders gut im Bauchraum und Nierenbereich!

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SPRINGSUIT

Der Neopren-Springsuit ist ein Einteiler und schützt daher wieder besonders den Bauch- und Nierenbereich und lässt noch weniger Wasser an den Torso, als z.B. ein einfaches Longsleeve Top. Mit einem Springsuit ist man im Wasser bei ca. 20°C gut aufgehoben und sie halten alles dort, wo es hingehört!

NEOPREN WESTE

Dient weniger zum Kälteschutz, als zum Schutz vor Prellungen, Schnitten, Sonnenbrand oder Aufschürfungen am Körper. Anders als ein Bikini oder auch Badeanzug ist eine Neoprenweste dicker und schont daher den Rippen- und Bauchbereich (und Nippel!), auch wenn die Wassertemperaturen angenehm warm sind. Außerdem verrutscht sie nicht so schnell wie Bikinitops und bietet genug Bewegungsfreiheit!

NEOPREN LONGSLEEVE TOP/JACKET

Ein Longsleeve Top schützt den Armbereich und damit den gesamten Oberkörper noch stärker vor Verletzungen und Auskühlung. Ideal für (Kälte-)Empfindlichere Sportler, die auch im warmen Wasser schnell am Körper frieren oder längere Surfsessions planen!

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SHORTIE

Der Shortie Neopren ist ein Klassiker – viele Surfschulen und Verleiher bieten Shorties auch in Europa bei sommerlichen Temperaturen an. Aber auch hier sollte die Wassertemperatur bei über 20°C liegen! Gerade für Anfänger eignen sich Shorties besser als z.B. Springsuits, da sie durch die verlängerten Hosenbeine bei weniger Bewegung noch stärker vor Auskühlung und Abschürfungen schützen.

STEAMERS // FULLSUITS

Als Steamers oder auch Fullsuits bezeichnet man im Allgemeinen die klassischen Neoprenanzüge und Wetsuits mit langen Beinen und Ärmeln. Allerdings gibt es inzwischen auch vermehrt Varianten mit abgeschnittenen Ärmeln wie bei einer Weste (sog. Long John), den Steamer mit kurzen Ärmeln, den klassischen Longsleeve oder die Hooded Variante mit bereits integrierter Kapuze.

Diese Neoprenanzüge eignen sich je nach Fütterung, Dicke und Nähten  für Gewässer ab 20°C abwärts.

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WOHER WEIß MAN, DASS DER NEOPREN GUT SITZT?

Durch deinen Neo darf kein Wasser dringen, deshalb muss er anliegen wie eine zweite Haut. Das irritiert beim ersten Mal Anprobieren häufig und es stellt sich vielen Anfängern die Frage:

Wie eng ist ZU eng?

Er darf an der Hüfte, dem Brustbereich, an den Ellbögen und Knien keine Falten werfen – sonst ist er leider zu groß! Zeitgleich dürfen die Bundnähte an den Ärmeln und den Beinlängen nicht einschneiden, dann ist er definitiv zu klein.

Legt euch im Laden auch mal ruhig auf den Bogen und macht Paddelbewegungen – nur so merkt ihr, wie der Anzug sitzt! Zieht er euren Brustkorb zurück, schnürrt er euch beim Atmen ein oder ihr habt vielleicht das Gefühl, dass eure Arme gegen die Neopren-Spannung ankämpfen müssen? Dann ist er leider auch zu klein und ihr solltet zu einem anderen Modell greifen!

WELCHE DICKE IST DIE RICHTIGE?

Die Dicke des Materials richtet sich nicht nur nach der Wassertemperatur, sondern auch nach Lufttemperatur, Windstärke, der Länge deiner Surfsessions und natürlich nach deinem eigenen Kälteempfinden! Wer selbst im warmen Wasser schnell das Frösteln anfängt, sollte stets zu dickerem Material greifen. Jemand, der beim Sporteln so richtig ins Schwitzen gerät, ist auch mit niedrigeren Stärken gut bedient!

Die Dicke der Neoprenanzüge wird nach dem Material an Körperstellen angegeben. So steht z.B. „4/3“ für 4mm Dicke am Rumpf und 3mm an Armen und Beinen. Ein „5/4/3“-Modell hat 5mm Dicke am Körper, 4mm an den Beinen und 3 an den Armen. Die meisten Anbieter arbeiten jedoch nur mit zwei Dicken.

  • 3/2 Wetsuits eignen sich gut für Wassertemperaturen zwischen 15°C und 20°C und sind daher auch in Europa weit verbreitet. Surfschulen und Verleiher bieten am Häufigsten diese Variante an
  • 4/3 Wetsuits lassen einen Wassertemperaturen zwischen 17°C und 13°C, auch kältere Tage, Regenschauer und Windböen überstehen, ohne die Flexibilität einzuschränken. In dieser Stärke gibt es auch bereits Boots, Hoods und Handschuhe. Wer also öfter in kühleren Gegenden unterwegs ist (z.B. Irland), kann sich hier ein ganzes Set zulegen
  • 5/3, 5/4, 6/4 und Co. sind Wetsuits für absolute Kaltwasser-Liebhaber für Wassertemperaturen zwischen 13°C und below. Entscheidet man sich für Neoprenanzüge in dieser Stärke ist man mit zusätzlichen Boots, Hoods und Handschuhen gut beraten, um nicht über die Gliedmaßen und den Kopf auszukühlen. Erweist sich ein Anzug als zu warm, kann man ihn mit dem Zip immer noch öffnen. Denn: Abzukühlen geht wesentlich schneller, als einen unterkühlten Körper wieder aufzuwärmen!

DIE RICHTIGE WETSUIT PFLEGE

Langsam ausziehen und vorsichtig vom Körper dehnen. Nie zu stark ziehen oder reißen, sonst kann sich das Material verformen. Dein Neo mag es zärtlich!

Immer mit Süßwasser auswaschen

Fängt der Wetsuits bereits an zu muffen, dann im lauwarmen Süßwasser und mit Neopren-Shampoo einweichen lassen

Nie in der Sonne trocknen, denn dadurch entstehen Risse! Lieber: Auf Links drehen und an der Hüftkante auf einen Plastikbügel im Schatten hängen. Nicht an den Schultern aufhängen, um Verformungen zu vermeiden

Wetsuits auch immer hängend lagern, nicht knüllen. Auch hier können Risse entstehen

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KAUFEN ODER LEIHEN?

Wer nur einen Surfkurs macht und einmal in den Sport schnuppern möchte, der leiht sich am Besten einen Wetsuit vor Ort oder bei seiner Surfschule. Auch wenn diese Neoprens meistens nicht zu 100% gut sitzen und natürlich schon Alterserscheinungen aufweisen, so tun sie meistens das, was sie sollen, nämlich schützen und warmhalten!

Bereits bei der zweiten, eigenen Surfreise kann sich der eigene Wetsuit schon lohnen! Gute Modelle gibt es teilweise schon ab 150€, z.B. bei Planet Sports. Hier kann man die Anzüge nicht nur online bestellen, sondern auch in München in einen Laden gehen und sich beraten lassen. Der Shop bietet auch alle bekannten Surfmarken an, O’Neill, Billabong, Rip Curl, Dakine oder Roxy. Ich persönlich bin ja ein totaler Billabong-Fan, besitze Hoodies, Bikinis und Tshirts der Marke und finde bei Planet Sports immer die neusten Kollektionen. Auf meiner Wishlist steht auch nach wie vor ein schönes Lycra für Bali…!

Ich habe mir meinen ersten Wetsuit bereits gleich nach meinem ersten Surfkurs gekauft, denn ich wusste, wir würden immer wieder nach Frankreich zurückkehren. Und es hat sich mehr als gelohnt. An einem guten Wetsuit hat man noch jahrelang Freude, wenn man das richtige Modell für sich gefunden hat!


Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Planet Sports. Auch die Produktbilder stammen aus dem Shop.

1 Comment
  1. Endlich mal was aus Neopren, was auch stylisch was hermacht. Im Urlaub bin ich öfter mal Tauchen/Schnorcheln…also schön sieht man da nicht aus. ;-)
    LG Tabea

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